Architektur und Raum für die Aufführungskünste: Häuser und Orte künstlerisch-kultureller Mischnutzungen - Zugänglichkeit, Programmierung und erweiterte Szenografien.
Architektur, Bau- und Konstruktionsgeschichte, Bauforschung, Ressourcenökonomie im Bauwesen
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Ausgangspunkt des Projektes war eine vergleichende Untersuchung zum Theaterbau seit den 1960er Jahren im deutschsprachigen Raum sowie die Frage danach, wie, wo und wann sich Räume und Häuser etablieren, die nicht dem traditionellen Bautyp Theater entsprechen. Die Beobachtung, dass in ihnen allein sich nicht die Bandbreite gegenwärtiger Aufführungsformate abbildet, wurde untermauert durch den seit den 1960er Jahren immer wieder aufgenommenen Diskurs um die Adäquanz der baulichen Form von Theatern, deren innerer Raumanordnung sowie ihre Situierung im urbanen Raum für zeitgenössische Formen von Aufführungen. Beide Aspekte führten zu einer erweiterten Konturierung des Gegenstandsbereichs, die die Basis unserer Untersuchungen bildet. Die Ergebnisse lassen sich in sechs Punkten zusammenfassen, zu denen jeweils Publikationen erschienen oder in Planung sind. 1. Orte und Räume für die Aufführungskünste lassen sich in unserem erweiterten Verständnis nicht auf die historischen Bautypen Theater, Oper, Konzerthallen etc. reduzieren. Multifunktionale Kunst- und Kulturhäuser bieten neue szenografische Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Spieler*innen und Publikum, verschiedenen Gruppen von Akteur*innen. 2. In den Produktionshäusern zeitgenössischer performativer Künste verbinden sich u.a. durch Umnutzung – die auch die historischen Funktionalitäten reflektiert – veränderte architektonische (z.B. im Monospace) mit neuen szenografischen Zugängen. 3. Ein besonderen Schwerpunkt hatten unsere Untersuchung im Bereich der Spielstätten und multifunktional genutzten Orte in Ostdeutschland, konzentriert auf das Beispiel Chemnitz sowie die für das Projekt Kulturhauptstadt 2025 forcierten Entwicklungen. Neben einer urbanen Topologie zur Wechselwirkung verschiedenster Aufführungsorte reflektiert die Fallstudie Schauspielhaus den Theater-Diskurs zu Wandlungsfähigkeit und Standards, die Verknüpfung von Kulturund Stadtentwicklung in Neubau-Konzeptionen sowie die bundesweit relevanten Aushandlungen von Bestands-Sanierungen. 4. Die veränderten Bauten, Orte und Häuser können als Ansätze einer Transformation kultureller Infra-Strukturen analysiert werden, die sowohl eine Öffnung nach Innen (Porös-Werden) wie in die Stadtgesellschaft (urbane Praxis) erreichen will. 5. Diese Entwicklung ist Teil eines städtebaulichen Diskurses unter dem Stichwort „Urban Reset“, den wir in unsere Untersuchungen einbezogen haben, um die über den Bereich der Kulturbauten hinausgehende Relevanz von Konversionsprojekten als Kontext beschreiben zu können. 6. Schließlich haben wir auch exemplarisch den ruralen Raum unter diesen Aspekten untersucht und die in den vergangenen Jahren geförderten Projekte wie die sie begleitenden Diskurse einbezogen. Es zeigte sich, dass das lokale bürgerschaftliche Engagement und die Aneignung ehemaliger Produktionsbauten für kulturell-künstlerische Nutzung einer erneuerten Infra-Struktur zentrale Bedeutung haben.
Link zum Abschlussbericht
https://doi.org/10.33968/2025.51
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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MAP Media – Archive – Performance #10: Bewegliche Architekturen – Architektur und Bewegung. Oktober, ISSN 2191-0901
Büscher, Barbara & Menting, Annette
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„Forum Freies Theater Düsseldorf. Geschichte, Raumprogramm, kuratorische Konzeptionen und künstlerische Projekt“. ARBEITSHEFT #1 Produktionshäuser zeitgenössischer performativer Künste, Open Access Qucosa
Büscher, Barbara & Verena Elisabet Eitel
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„PACT Zollverein Essen“. Geschichte, Raumprogramm, kuratorische Konzeptionen und künstlerische Projekte“. ARBEITSHEFT #2: Produktionshäuser, Online-Publikation
Büscher, Barbara & Verena Elisabet Eitel
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„Spielen und Aufführen in temporären und offenen Strukturen. Projekte der 1960er und 1970er Jahre zwischen Architektur und Performance“. In: Skulpturenmuseum Glaskasten Marl / Urbane Künste Ruhr (Hg.): Kunst als Kommentar zu den Olympischen Spielen. Eine Ausstellung aus dem Archiv Ruhnau, Marl, S. 39-51
Büscher, Barbara
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Andere Spielstätten an Orten der Industriekultur: Ein Spannungsfeld von Emotion und Experiment, in Herold, Stephanie und Vinken, Gerhard (Hg.): Denkmal_Emotion: Politisierung – Mobilisierung – Bindung, Heidelberg: arthistoricum.net, 2021, S. 130–137
Menting, Annette
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„Performative Überschreibungen und künstlerische Aneignungen des städtischen Raums: von (medial vernetztem) Gehen und Fahren, Spielen und Versammeln“. In: Die bewegte Stadt, hg. von Jürgen Hasse, Forum Stadt, 48.Jg. H.4, S. 361-376.
Büscher, Barbara
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„Topologie Chemnitz. Spielstätten im Stadtkontext“. ARBEITSHEFT #3: Urbane Topologien und Orte für die Aufführungskünste
Menting, Annette
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Ein Theater für morgen – gestern – heute. Architektur und Raumkonzept von Paul G. R. Baumgarten für das UNI.T – Theater. In: Universität der Künste, Norbert Palz, Juliane Aleithe und Maren Wienigk: Erinnerungsarbeit. Universität der Künste Berlin, Nr. 04, Berlin, S. 30-37.
Menting, Annette
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HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden: Geschichte, Raumprogramm, kuratorische Konzeptionen und künstlerische Projekte. Arbeitshefte Architektur und Raum für die Aufführungskünste. Hochschule für Musik und Theater 'Felix Mendelssohn Bartholdy' Leipzig / Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig.
Dziersk, Doris; Lobeck, Moritz; Meining, Harriet Maria; Meining, Peter; Schlewitt, Carena & Schneider, Detlev
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MAP Media – Archive – Performance #13: Urbane Praxis und kulturelle Infra-Strukturen. Oktober, ISSN 2191-0901
Büscher, Barbara & Menting, Annette
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Wer weiß, wie man ein zeitgenössisches Theater oder ein Theater für morgen baut? Vom Auszug aus den Theaterhäusern an brachliegende Orte. In: Brandt, Sigrid, Jörg Haspel, John Ziesemer (Hg.) ICOMOS - Hefte des Deutschen Nationalkomitees LXXX. Sein oder Nichtsein? Theaterbauten in der Sanierung. Berlin 2023, S. 179-186
Menting, Annette
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Porös-Werden. Geteilte Räume, urbane Dramaturgien, performatives Kuratieren. Wien
Büscher, Barbara; Krasny, Elke & Ortmann, Lucie
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„Foyer Public – Zwischenräume als Schwellenräume? Theater und Kunsthäuser wollen offener, durchlässiger und zugänglicher werden“. In: Büscher / Krasny / Ortmann: Porös-Werden. Geteilte Räume, urbane Dramaturgien, performatives Kuratieren. Wien, S. 45-68.
Büscher, Barbara
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INTERIM GESTALTEN : Raum-Konfigurationen, Programme und Nachbarschaften ; Staatstheater Kassel, Schauspielhaus Wuppertal, nGbK Berlin, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin. Hochschule für Musik und Theater 'Felix Mendelssohn Bartholdy' Leipzig, Leipzig, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Leipzig.
Büscher, Barbara; Eitel, Verena Elisabet; Hannak, Sebastian; Kazokoglu, Alper; Lutz, Florian; Maechtel, Annette & Paede, Kornelius
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Schauspielhaus Chemnitz. Zwischen Zeiten und Räumen. Theater der Zeit.
Menting, Annette
