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Architektur und Raum für die Aufführungskünste: Häuser und Orte künstlerisch-kultureller Mischnutzungen - Zugänglichkeit, Programmierung und erweiterte Szenografien.

Fachliche Zuordnung Theater- und Medienwissenschaften
Architektur, Bau- und Konstruktionsgeschichte, Bauforschung, Ressourcenökonomie im Bauwesen
Förderung Förderung von 2016 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 284156660
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ausgangspunkt des Projektes war eine vergleichende Untersuchung zum Theaterbau seit den 1960er Jahren im deutschsprachigen Raum sowie die Frage danach, wie, wo und wann sich Räume und Häuser etablieren, die nicht dem traditionellen Bautyp Theater entsprechen. Die Beobachtung, dass in ihnen allein sich nicht die Bandbreite gegenwärtiger Aufführungsformate abbildet, wurde untermauert durch den seit den 1960er Jahren immer wieder aufgenommenen Diskurs um die Adäquanz der baulichen Form von Theatern, deren innerer Raumanordnung sowie ihre Situierung im urbanen Raum für zeitgenössische Formen von Aufführungen. Beide Aspekte führten zu einer erweiterten Konturierung des Gegenstandsbereichs, die die Basis unserer Untersuchungen bildet. Die Ergebnisse lassen sich in sechs Punkten zusammenfassen, zu denen jeweils Publikationen erschienen oder in Planung sind. 1. Orte und Räume für die Aufführungskünste lassen sich in unserem erweiterten Verständnis nicht auf die historischen Bautypen Theater, Oper, Konzerthallen etc. reduzieren. Multifunktionale Kunst- und Kulturhäuser bieten neue szenografische Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Spieler*innen und Publikum, verschiedenen Gruppen von Akteur*innen. 2. In den Produktionshäusern zeitgenössischer performativer Künste verbinden sich u.a. durch Umnutzung – die auch die historischen Funktionalitäten reflektiert – veränderte architektonische (z.B. im Monospace) mit neuen szenografischen Zugängen. 3. Ein besonderen Schwerpunkt hatten unsere Untersuchung im Bereich der Spielstätten und multifunktional genutzten Orte in Ostdeutschland, konzentriert auf das Beispiel Chemnitz sowie die für das Projekt Kulturhauptstadt 2025 forcierten Entwicklungen. Neben einer urbanen Topologie zur Wechselwirkung verschiedenster Aufführungsorte reflektiert die Fallstudie Schauspielhaus den Theater-Diskurs zu Wandlungsfähigkeit und Standards, die Verknüpfung von Kulturund Stadtentwicklung in Neubau-Konzeptionen sowie die bundesweit relevanten Aushandlungen von Bestands-Sanierungen. 4. Die veränderten Bauten, Orte und Häuser können als Ansätze einer Transformation kultureller Infra-Strukturen analysiert werden, die sowohl eine Öffnung nach Innen (Porös-Werden) wie in die Stadtgesellschaft (urbane Praxis) erreichen will. 5. Diese Entwicklung ist Teil eines städtebaulichen Diskurses unter dem Stichwort „Urban Reset“, den wir in unsere Untersuchungen einbezogen haben, um die über den Bereich der Kulturbauten hinausgehende Relevanz von Konversionsprojekten als Kontext beschreiben zu können. 6. Schließlich haben wir auch exemplarisch den ruralen Raum unter diesen Aspekten untersucht und die in den vergangenen Jahren geförderten Projekte wie die sie begleitenden Diskurse einbezogen. Es zeigte sich, dass das lokale bürgerschaftliche Engagement und die Aneignung ehemaliger Produktionsbauten für kulturell-künstlerische Nutzung einer erneuerten Infra-Struktur zentrale Bedeutung haben.

Link zum Abschlussbericht

https://doi.org/10.33968/2025.51

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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