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Archäologie und Archäozoologie: Die früheste Erschließung von Hochgebirgsräumen durch den Menschen - Erschaffung einer alpinen Kulturlandschaft in den Tropen

Antragsteller Dr. Ralf Vogelsang
Fachliche Zuordnung Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Physische Geographie
Förderung Förderung von 2016 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 270995238
 
Während der Phase 1 der RU 2358 konnte eine spätpleistozäne Besiedlung der Bale Mountains durch das Projekt P1 verifiziert werden, welche den weltweit frühesten Nachweis regelmäßiger Hochgebirgsbesiedlungen durch den Menschen darstellt. Diese Jäger-Sammler des Middle Stone Age entwickelten einzigartige Verhaltens- und kulturelle Anpassungen an die afro-alpine Umwelt, welche sich auch deutlich von jenen ihrer Nachfolger während des Later Stone Age unterscheiden, die seit dem terminalen Pleistozän und während eines Großteils des Holozäns dort siedelten. Dagegen ist eine Besiedlung durch Pastoralnomaden und die Einführung von Nutztieren ein rezentes Phänomen. Während die Rekonstruktion der Besiedlungsgeschichte und die diachrone Untersuchung der Mensch-Umwelt-Interaktion weiterhin die übergreifenden Ziele bleiben, soll die Untersuchung der Beschaffenheit dieser unterschiedlichen Besiedlungsereignisse in der Phase 2 im Vordergrund stehen. Dies beinhaltet auch ein deutlicheres Herausarbeiten der Anziehungskraft, welche diese Hochgebirgsregion für prähistorische Menschen besaß, daneben soll die chronologische und räumliche Auflösung der Besiedlungen erhöht werden sowie ein fundierter Datenbestand in der Phase 2 aufgebaut werden. Unser eigenes Spektrum an geoarchäologischen Methoden, welches auf das Verständnis der Genese der Formationsprozesse in den untersuchten Fundstellen (Felsdächer) ausgerichtet ist, wird durch dieBereitstellung von Vergleichsdaten zur Intensität und Chronologie ehemaliger Siedlungsereignisse an diesen Stellen ergänzt (P2). Um die räumlichen und zeitlichen Muster prähistorischer Siedlungsphasen und ihrer kulturellen Manifestationen in Kontext zu setzen, werden gemeinsame Erklärungsansätze die ehemaligen klimatischen (Ergebnisse von P5, P7), glazialen (P6, P7) und ökologischen (P3, P4, C2) Bedingungen berücksichtigen. Ebenfalls mit C2/P4 sind aDNA-Untersuchungen an spätpleistozänem archäologischen Material (Sedimente, Faunenreste der Riesenmaulwurfsratte) geplant.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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