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Implantierbares System für den lang- und kurzfristigen Ladungsausgleich bei neuronaler elektrischer Stimulation

Fachliche Zuordnung Elektronische Halbleiter, Bauelemente und Schaltungen, Integrierte Systeme, Sensorik, Theoretische Elektrotechnik
Förderung Förderung von 2016 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 315129160
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Elektrostimulation (FES und FNS) findet bereits in vielen Anwendungen erfolgreichen Einsatz. Das Thema des Ladungsausgleiches für eine sichere Stimulation ist dabei sehr wichtig und vor allem bei chronischen Stimulationsversuchen unerlässlich. In dieser Projektarbeit wurden integrierte Ladungsausgleichschaltungen entwickelt, welche in einer breiten Palette von CMOS-integrierten neuronalen Stimulatoren angewandt werden können. Dies erfordert eine hohe Anpassungsfähigkeit und Flexibilität. Die Ladungsausgleichschaltungen bieten aus diesem Grund einstellbare Sicherheitsgrenzbereiche, Ausgangsstrombegrenzungen und eine adaptive Hochspannungskompatibilität bis zu 38 V. Auch allgemeine Anforderungen an implantierbare Systeme, wie geringer Stromverbrauch und kleine Chipfläche, wurden mit hoher Priorität berücksichtigt. Die größte Herausforderung beim Entwurf und der Implementierung war die Minimierung des Stromverbrauchs sowie die Überwindung der Hochspannungsbeschränkungen des verfügbaren CMOS-Prozesses. Alle Schaltungen wurden in einer 0,35 μm-HV-CMOS-Technologie entworfen und mit Simulationen auf Transistorebene charakterisiert und nach der Fertigung durch Messungen über ein elektrisches Elektrodenmodell sowie in-vitro-Messungen verifiziert. Im Detail wurden zwei komplementäre (ursachenbasierte und folgenbasierte) Ladungsausgleichsmethoden für unterschiedliche Stimulationsabsichten, d.h. für Lang- und Kurzzeitexperimente, entwickelt. Jede Methode stellt eine in sich geschlossene Regelschleife dar, die auf ihre Stabilität hin untersucht wurde. Beide Regelkreise können unabhängig voneinander betrieben werden, verbessern jedoch ihre Wirksamkeit, wenn sie in Kombination verwendet werden. Hierbei bestand die größte Herausforderung darin die beiden Regelkreise zu kombinieren, was zu einem MIMO-System führt. Das Verhalten letzterer wurde durch Simulation und Messungen analysiert. Der Konzeptnachweis und weitere Validierungstests wurden unter Laborbedingungen durchgeführt. Die Kombination des Ladungsausgleichs-ASICs mit den durchgeführten Arbeiten an einem CMOS-integrierten Nervenstimulator des Fritz-Hüttinger-Lehrstuhls für Mikroelektronik zu einem kleinen Gerät gab uns die Möglichkeit auch in-vitro Validierungen und Demonstrationen durchzuführen. Unterstützung für den in-vitro-Aufbau gab es durch die Kooperation mit dem Labor für Biomedizinische Mikrotechnik - IMTEK.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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