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Emotionale Reizverarbeitung bei Personen mit Temporallappenepilepsie vor und nach einem epilepsiechirurgischen Eingriff
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Dr. Thomas Ethofer; Dr. Silke Ethofer; Professorin Dr. Johanna Kißler; Dr. Lina Maria Serna Higuita
Fachliche Zuordnung
Kognitive und systemische Humanneurowissenschaften
Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Klinische Neurologie; Neurochirurgie und Neuroradiologie
Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Klinische Neurologie; Neurochirurgie und Neuroradiologie
Förderung
Förderung seit 2016
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 317013141
Die Fähigkeit emotionale Reize angemessen zu verarbeiten ist zentral für erfolgreiche soziale Interaktionen und psychische Gesundheit. Emotionale Verarbeitung umfasst physiologische Mobilisierung, aber auch kognitive Bewertungsmechanismen. Die Gehirnnetzwerke für emotionale Reizverarbeitung beinhalten Regionen, die häufig bei Temporallappenepilepsie betroffen sind. Entsprechend werden Beeinträchtigungen in der emotionalen Reizverarbeitung bei Temporallappenepilepsie berichtet. Außerdem wird Temporallappenepilepsie als Krankheitsmodell in der affektiven Neurowissenschaft verwendet. Eine Behandlungsmöglichkeit für Temporallappenepilepsie ist die Temporallappenteilresektion. Bis heute gibt es kaum längsschnittliche Daten zu Veränderungen der emotionalen Reizverarbeitung bei Temporallappenepilepsie vor und nach einem chirurgischen Eingriff. Das vorliegende Projekt soll diese Lücke schließen und strebt eine umfassende Charakterisierung der emotionalen Verarbeitung von Gesichtern, Wörtern, Stimmen und Bildern bei Temporallappenepilepsie vor und nach einem chirurgischen Eingriff auf der Verhaltensebene, in der Peripherphysiologie und in der zentralnervösen Verarbeitung an. Bewertungsmuster, Reaktionszeiten, Hautleitfähigkeit, Schreckreflexmodulation, Herzrate, Elektroenzephalographie und hämodynamische Gehirnantworten sollen in Reaktion auf positive und negative Reize gemessen werden. Die Antwortmuster von Temporallappenepilepsiepatienten werden vor und nach der Resektion untereinander und mit Kontrollpersonen verglichen. Außerdem werden Krankheits- oder resektionsbedingte strukturelle Veränderungen der Faserverbindungen untersucht. Insgesamt kann ein besseres Verständnis spezifischer Veränderungen in der Emotionsverarbeitung bei Temporallappenepilepsie und ihrer möglichen Reorganisation nach einem epilepsiechirurgischen Eingriff die Behandlungsansätze für die Betroffenen verbessern, was zu besseren sozialen Fertigkeit und höherer Lebensqualität führen sollte. Außerdem kann eine systematische Untersuchung der emotionalen Verarbeitung bei Epilepsiepatienten vor und nach einer Resektion zur Klärung einiger fundamentalen Fragen bezüglich der Physiologie und neuronalen Prozesse, die emotionaler Verarbeitung zugrunde liegen beitragen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
