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Taubenhäuser in Deutschland und Europa
Antragsteller
Professor Dr.-Ing. Wolfram Kleiss (†)
Fachliche Zuordnung
Architektur, Bau- und Konstruktionsgeschichte, Bauforschung, Ressourcenökonomie im Bauwesen
Förderung
Förderung von 2016 bis 2017
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 317601382
Das Manuskript ist eine Fortführung des Buches (seinerzeit gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft) "Taubenhäuser in Deutschland und Europa" aus dem Jahr 2006. Es enthält neue Beispiele, vor allem aus Deutschland, aber auch aus anderen europäischen Ländern und dem Iran.Die neuen Beispiele für Taubenhäuser reichen bis ins Mittelalter zurück, beispielhaft genannt sei hier eine Darstellung eines Taubenschlags aus Augsburg von 1476. In Klöstern und Schlossanlagen stehen oder standen die Taubenhäuser in der Regel Im Wirtschaftshof, so zeigt es auch ein Modell der Klosteranlage Sudenburg, südlich von Magdeburg gelegen, um 1600. Neben den Klöstern und Adelssitzen gewannen die Gehöfte der Landbevölkerung für die Taubenhaltung seit dem 18. Jahrhundert mehr und mehr an Bedeutung, Taubenhäuser wurden zum architektonischen Blickpunkt in der Mitte der Hofanlage. Im 20. Jahrhundert fielen mancherorts die Taubenhäuser den Erfordernissen der maschinellen Landwirtschaft zum Opfer. In jüngster Zeit jedoch werden vielerorts die alten Taubenhäuser wieder instand gesetzt oder durch Neubauten ersetzt. Das Taubenhaus oder der Taubenturm ziert die Anwesen, wie Beispiele aus Bayern zeigen, jedoch werden die Bauten in der Regel nicht mehr zur Taubenhaltung genutzt.Die Taubenhäuser und Taubentürme sind sehr unterschiedlich In Größe und Gestalt. Es gibt Turmbauten auf massiv gemauertem Unterbau und mit aus Holz gearbeiteten Taubenkästen, aber auch ziertiche kleine Taubenschläge aus Holz. Auch außerhalb Deutschlands finden sich weitere Beispiele für Taubentürme, zusammengetragen wurden solche aus Frankreich, England, Italien, Griechenland sowie aus Ägypten, der Türkei und dem Iran. Insbesondere die iranischen Taubentürme seien in dieser kurzen Zusammenfassung hervorgehoben. Da die landwirtschaftlichen Produktionsmethoden sich verändert haben, werden die Zweckbauten nicht mehr dazu genutzt, Taubenkot zu gewinnen, den man früher als Düngemittel venwendete. So besteht keine Notwendigkeit mehr, die aus Lehm gebauten Taubentürme zu erhalten. Sie verfallen und stürzen ein. Durch die Dokumentation in der Publikation soll mit dazu beigetragen werden, dass die Taubentürme als markanter und wichtiger Bestandteil der iranischen Architekturgeschichte erhalten bleiben.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
