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Indirekte Homiletik. Kierkegaards Predigtlehre in seinen Reden.

Fachliche Zuordnung Evangelische Theologie
Förderung Förderung in 2006
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 31907469
 
Meine Studie "Indirekte Homiletik. Kierkegaards Predigtlehre in seinen Reden" versteht Kierkegaards Erbauliche und Christliche Reden als zentralen Teil seines Gesamtwerkes und macht sie in homiletischem Interesse zum Gegenstand einer Untersuchung, mithilfe deren die Grundkategorien und Grundzüge der Predigtlehre Kierkegaards erstmals im Zusammenhang erhoben werden. Was ist nach Kierkegaard eine christliche Predigt, was zeichnet, was macht sie aus? Ausgehend von dem Befund, dass die erbaulichen Reden in der Vergangenheit kaum berücksichtigt wurden - obwohl sich im protestantischen Europa des 19. Jahrhunderts wohl kaum ein Predigtkorpus finden dürfte, das so bewusst aufgebaut, derart bis ins kleinste Detail durchdacht und als Einheit gestaltet wäre - nehme ich die Tatsache ernst, dass Kierkegaards Reden ein wesentlicher, auch quantitativ bedeutsamer Teil seiner Veröffentlichungen sind. Zahlenmäßig belaufen sie sich ziemlich genau auf die Hälfte aller von Kierkegaard selbst veröffentlichten Buchtitel. Im Umfang machen die Reden mehr als ein Drittel der Seitenzahl des von ihm selbst veröffentlichten schriftstellerischen Werkes aus. Sie können nicht nur als Ergänzung zu den pseudonymen Schriften betrachtet oder bloß als Verstehenshilfe zu deren Interpretation herangezogen werden. Auf diesem Hintergrund formuliere und erläutere ich im zweiten Hauptteil drei Thesen zu Bedeutung, Funktion und Anspruch von Kierkegaards Reden, um sie dann im dritten Hauptteil eingehender zu entfalten und zu bewähren. Die Bewährung der Thesen kann nur aus einer homiletischen Lektüre des Gesamtwerkes hervorgehen. Im Zentrum steht die Analyse der Reden auf die in ihnen implizit wirksamen und explizit ausgesprochenen homiletischen Grundsätze. Durch eine Lektüre des schriftstellerischen Gesamtwerkes am roten Faden der Reden entlang werden Kierkegaards homiletische Hauptkategorien herausgearbeitet. Seine Antworten auf die Fragen, welche die Homiletik stellt, also auch: die Fragen der Homiletik, wie sie Kierkegaard stellt, und damit: Kierkegaards Fragen an die Homiletik. Abschließend (Teil IV) werden ausgewählte Reden auf ihre je unterschiedliche, jeweils für besondere Aspekte exemplarische Realisierung der so erhobenen homiletischen Grundsätze Kierkegaards hin untersucht. Fünf Portraits von Reden verschiedener Gattungen aus unterschiedlichen Abteilungen des erbaulichen Werkes Kierkegaards erbringen nicht nur die Bewährung meiner Thesen zur Funktion dieser Reden innerhalb des Gesamtwerkes und ihrer Bedeutung für die Predigtlehre, sondern auch etliche aus dem Reichtum und der Dynamik der homiletischen Formulierung - also in der Brechung am Erbaulichen - gewonnene Präzisierungen und Differenzierungen zum Verständnis mancher wohlbekannter Kierkegaardscher Kategorien.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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