Detailseite
Projekt Druckansicht

Warmfeste austenitische Stähle als Matrixwerkstoffe für Verschleißanwendungen über 400°C

Fachliche Zuordnung Mechanische Eigenschaften von metallischen Werkstoffen und ihre mikrostrukturellen Ursachen
Förderung Förderung von 2016 bis 2020
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 319959745
 
Erstellungsjahr 2023

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Der abrasive Warmverschleiß ist eine eigenständige Verschleißart metallischer Werkstoffe, die sich aufgrund des Einflusses der Temperatur auf die Eigenschaften des Werkstoffs von den Mechanismen des Raumtemperatur-Verschleißes unterscheidet. Im Vergleich zur Abrasion bei Raumtemperatur erfordert der abrasive Warmverschleiß eine höhere Warmfestigkeit und -härte, plastische Verformbarkeit und Verfestigungsfähigkeit der Werkstoffe. Diese Anforderungen beziehen sich primär auf die Metallmatrix, da deren Eigenschaften das stabile Verschleißverhalten des Werkstoffs bestimmen. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wurde ein Ansatz verfolgt, bei dem Untersuchungen der Mechanismen, welche für eine höhere Warmfestigkeit verantwortlich sind, mit Untersuchungen der Mechanismen und Einflussgrößen des abrasiven Warmverschleißes kombiniert werden. Das Ziel bestand darin, temperaturabhängige Veränderungen in den tribologischen Eigenschaften mit der Mikrostruktur zu korrelieren und die Ergebnisse für eine weitere Optimierung von warmverschleißbeständigen Werkstoffen zu nutzen. Ferner konnte im Rahmen des Forschungsvorhabens der Einfluss der Mikrostruktur auf die thermophysikalischen Eigenschaften analysiert wurden. Die erhöhte Tendenz zur Bildung von Stapelfehlern (SF) bei erhöhter Temperatur sollte aufgrund einer geringen Stapelfehlerenergie (SFE) zu einem erhöhten Widerstand gegen thermische Entfestigung führen. Auf die SFE kann durch die Legierungszusammensetzung gezielt Einfluss genommen werden. Mittels thermodynamischer Gleichgewichtsberechnungen sowie röntgenographischer und mikroskopischer Untersuchungen wurden SF, SFE und korrelierte Mikrostrukturprozesse untersucht. In-situ Experimente ermöglichten eine direkte Erfassung der mikrostrukturellen Reaktionen auf den abrasiven Warmverschleiß. Warmverschleißexperimente ergänzen diese Betrachtungen und gaben Aufschluss über die Einflüsse des Matrix-Werkstoffs auf den Betrag und die Mechanismen des abrasiven Warmverschleißes. Durch die vorher gewonnenen Erkenntnisse und thermodynamischen Berechnungen konnte ein Legierungssystem erarbeitet werden, welches hinsichtlich der Hochtemperatur-SFE optimiert wurde. Die Untersuchungen und Charakterisierungen des Legierungssystems im Rahmen des Forschungsvorhabens haben gezeigt, dass ein hinsichtlich der Hochtemperatur-SFE optimierter Werkstoff ebenfalls einen verbesserten Widerstand gegen Hochtemperatur-Abrasion aufweist.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung