Detailseite
Projekt Druckansicht

"Detection and Attribution" des Klimawandels am Gipfel des Kilimandscharo: Auflösung der Prozessebene für die regionale und lokale Skala

Fachliche Zuordnung Physische Geographie
Physik und Chemie der Atmosphäre
Förderung Förderung von 2016 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 320150769
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Schrumpfende Gletscher gehören zu den augenscheinlichsten Indikatoren, dass der Klimawandel in die Hochgebirgsregionen der Erde vordringt. Die genauen Mechanismen, die den globalen Klimawandel auf die lokalen Änderungen im Hochgebirge und auf die Gletschermasse transferieren, sind aufgrund der Komplexität des Klimasystems jedoch schwer zu entschlüsseln. Dies gilt insbesondere für die Frage, welche Anteile der lokalen Änderungen natürlich oder durch den menschgemachten Klimawandel zustande kommen. Das vorliegende Projekt nahm sich genau diese Problematik für die inzwischen sehr kleinen Gletscher auf Afrikas höchstem Berg am Kilimandscharo vor, die als globaler Indikator für den Klimawandel in den Tropen gelten. Direkte meteorologische Messungen in großer Höhe am Kilimandscharo lieferten die Grundlage, und mehrere Klimamodelle verschiedener Größenordnungen (regional, global) steuerten den restlichen „big data“ Datensatz bei, welcher das oben genannte Entschlüsseln erst ermöglicht. Unsere Resultate zeigen, dass (1) die globalen Klimamodelle als Ausgangspunkt äußerst sorgfältig gewählt werden müssen (wozu wir eine komplett neue Auswahlmethodik entwickelten), (2) die lokalen meteorologischen Bedingungen in der Gipfelzone und ihre Schwankungen innerhalb des Tages und zwischen Jahreszeiten maßgeblich von den Eigenschaften der Strömung entlang des Berghangs abhängen (wofür wir regionale Klimasimulationen auf Supercomputern durchführten) und (3) das lokale Klima in dieser höchsten, vergletscherten Zone vom Grad des sogenannten „externen anthropogenen Antriebs“ abhängt, also der Stärke der Klimabeeinflussung durch menschliche Aktivitäten (um diesen Zusammenhang zu entschlüsseln, setzten wir auch maschinelles Lernen ein); während moderate Emissionsszenarios, etwa im Sinne des Pariser Abkommens, das Klima am Gipfel des Kilimandscharo in den kommenden Jahrzehnten stabilisieren, führen hohe Emissionen zu gut nachweisbaren Trends und weiteren klimatischen Veränderungen im gesamten 21. Jahrhundert. Diese Ergebnisse bestärken, dass die Kontrolle menschlicher Emissionen durch Klimaschutz unmittelbare Auswirkungen auf die Eismassen in den Hochgebirgen der Erde haben wird.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung