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Die Rolle von Risiko-, Ambiguität- und Zeitpräferenzen im Entscheidungsverhalten von Landwirten an der Teilnahme an Zahlungen für Umweltdienstleistungen (PES) in Entwicklungsländern

Antragstellerin Dr. Hanna Ihli
Fachliche Zuordnung Agrarökonomie, Agrarpolitik, Agrarsoziologie
Förderung Förderung von 2016 bis 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 320162872
 
Landwirtschaftliche Produktion trägt maßgeblich zum Ausstoß von Treibhausgasen bei. Eine wichtige Strategie zur Verlangsamung des Klimawandels ist die Sequestrierung des Kohlenstoffdioxids aus der Atmosphäre durch die Förderung von natürlichen Kohlenstoffspeichern. Die Agroforstwirtschaft, welche als klimafreundliches Landnutzungssystem gefördert wird, integriert die Anpflanzung von Bäumen auf landwirtschaftlicher Nutzfläche und bietet die Möglichkeit Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre abzubauen. Eine Option Anreize für den Einsatz von agroforstwirtschaftlichen Verfahren in Entwicklungsländern zu setzen sind Biocarbon-Projekte, in denen Landwirte für den in ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche gebundenen Kohlenstoff Ausgleichszahlungen von internationalen Kohlenstoffmärkten erhalten. Diese Projekte gehören zu einer Gruppe von marktbasierten Mechanismen, die unter dem Begriff Zahlungen für Umweltdienstleistungen (PES) bekannt sind. Die Teilnahme an PES-Programmen ist freiwillig, sodass eine effektive Programmgestaltung die Präferenzen der Landwirte berücksichtigen sollte. Allerdings ist über die Abneigung der Landwirte hinsichtlich Risiko und Ambiguität, noch wenig bekannt, was Auswirkungen auf die Teilnahme an PES-Programmen haben könnte. Die Zeitpräferenzen der Landwirte können die Teilnahme an PES-Programmen zusätzlich wesentlich einschränken, da Agroforstwirtschaft ein langfristiger Prozess ist und ihr Nutzen sich erst über einen längeren Zeitraum einstellt. Ein PES-Programm kombiniert üblicherweise einen Auszahlungsbetrag, eine Auszahlungsmethode, spezifische Landnutzungsvorraussetzungen, eine Vertragslaufzeit und Konditionalität. Bezugnehmend auf die Präferenzen der Landwirte hinsichtlich zentraler Gestaltungsattribute von PES-Programmen wurden jedoch bisher nur sehr wenige Studien in Entwicklungsländern durchgeführt. Folglich existiert kein umfassendes Verständnis wie das Interesse von Landwirten für solche Programme geweckt werden kann, damit sie zu den Bestrebungen einer umweltfreundlichen landwirtschaftlichen Flächennutzung beitragen. Die Ziele beinhalten (1) die Untersuchung der Rolle von Risiko-, Ambiguität- und Zeitpräferenzen bei der Entscheidung der Landwirte bezüglich der Teilnahme an einem agroforstwirtschaftlichen PES-Programm, welche mithilfe von Feldexperimenten realisiert wird, sowie (2) die Quantifizierung der Präferenzen der Landwirte hinsichtlich der zentralen Gestaltungsattribute des agroforstwirtschaftlichen PES-Programms mithilfe eines Choice-Experiments. Um sicherzustellen, dass die Blickwinkel von Frauen und Männern erfasst werden, erfolgt die Datenerhebung aufgeschlüsselt nach Geschlechtern. Die Untersuchung wird in Kenia angegliedert an das Kenya Agricultural Carbon Projekt durchgeführt. Die Ergebnisse werden einen wichtigen Beitrag zur Richtung der zukünftigen Forschung auf diesem Gebiet sowie zur internationalen politischen Diskussion über die angemessene Gestaltung von PES-Programmen für Kleinbauern leisten.
DFG-Verfahren Forschungsstipendien
Internationaler Bezug Kenia
 
 

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