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Die Kirchenmusikhandschriften der Benediktiner in Böhmen im 18. Jahrhundert. Band 1: Die Kirchenmusikhandschriften der Benediktinerabtei St. Wenzel in Braunau/Böhmen und ihre Schreiber

Antragsteller Dr. Rudolf Klinkhammer
Fachliche Zuordnung Musikwissenschaften
Förderung Förderung von 2016 bis 2017
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 326124977
 
Der Benediktinerorden ist aus der mehr als 1000jährigen Kulturgeschichte Böhmens nicht wegzudenken. Es ist vor allem Brevnov, das älteste Kloster Böhmens, und seit dem 13. Jh. die Doppelabtei Brevnov-Braunau, die das Land maßgeblich mitgeprägt haben. Das Kloster Braunau hat zur Zeit der Hochblüte des Barock im 18. Jh. auf dem Gebiet der Kirchenmusik Erstaunliches geleistet. Davon zeugt eine große Musiksammlung im Nationalmuseum in Prag.Will man sich dem reichen Bestand der Kirchenmusikhandschriften des Klosters Braunau als Forschungsgegenstand nähern, muss man sich zunächst einen genauen Überblick über den Quellenbestand verschaffen. Dies ist in der vorliegenden Arbeit mit der Konzentration auf das 18. Jh. geschehen. So entstand ein thematischer, Katalog, der neben dem im letzten Jahr (2015) restaurierten klösterlichen Gebäudekomplex nun auch die musikalische Welt des Barock in hellem Licht erscheinen lässt. Damit ist eine wertvolle wissenschaftliche Grundlage für zukünftige Forschergenerationen gegeben.Der vorliegende Katalog initiiert neben der Erfassung der Quellen aber selbst schon einige Folgestudien:1. In den Thematischen Katalog sind auch alle Abschriften aufgenommen, die in zeitgenössischen Katalogen aufgeführt werden, aber nicht mehr vorhanden sind. 2. Ein intensives Quellenstudium in Archiven (Prag, Zamrsk, Nachod u.a.) machte es möglich, die Vita einzelner klostereigener Komponisten nachzuzeichnen. 3. Eine weitere Studie verbirgt sich in dem Abschnitt ¿Abschriften¿ der einzelnen Katalognummern. Hier wird jede Abschrift einem Vergleich mit den Handschriftenbeständen aller verfügbaren Kirchenmusiksammlungen Böhmens unterzogen. Lassen sich viele weitere Abschriften einer Komposition in anderen Sammlungen feststellen, zeigt dies, dass Braunau mit seinen Abschriften ¿im Trend¿ lag. In manchen Fällen ergab sich, dass ein Werk in anderen Sammlungen verschiedenen Autoren zugeordnet ist. Wenn sich aber keine weiteren Abschriften in Böhmen finden lassen, ging Braunau offensichtlich durchaus eigene Wege der Musikrezeption.4. Eine weitere Fragestellung war die Datierung undatierter und oft anonymer Abschriften. Schon bei der ersten Durchsicht der Abschriften wuchs die Erkenntnis, dass die Abschriften zum größten Teil im Kloster Braunau und im dazugehörigen Klostergymnasium entstanden sind. Da die Schreiber gelegentlich ihre Abschrift signieren, war es möglich, ihnen nach vergleichender Schriftanalyse auch unsignierte Abschriften zuzuordnen. Mitgeteilte Schriftproben geben dem Leser die Gelegenheit, sich mit den Charakteristika des Schriftstils der einzelnen Schreiber vertraut zu machen. 5. Ein Studium der Quellen zur Klostergeschichte und der Tauf-, Heirats- und Sterbematriken ermöglichte die Erstellung von Biogrammen, die sicher noch der Ergänzung durch nachkommende Forschergenerationen bedürfen. Diverse Register im Anhang erleichtern dem Benutzer, diesen Thematischen Katalog als ein Nachschlagewerk zu benutzen.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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