Detailseite
Projekt Druckansicht

Untersuchungen zur Optimierung der Schneidengestalt von VHM-Wendelbohrern für die Bearbeitung von warmfesten Nickelbasislegierungen am Beispiel von Inconel 718

Fachliche Zuordnung Spanende und abtragende Fertigungstechnik
Förderung Förderung von 2016 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 327963939
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Ziel dieses Projekts bestand in der Analyse einer angepassten Freiflächengestaltung für die Bohrbearbeitung von Inconel 718 mit Blick auf den Werkzeugverschleiß. Die Nickelbasislegierung findet in Bereichen Anwendung, in denen besonders hohe Warmfestigkeiten gefordert sind. Dazu zählen die Luft- und Raumfahrt, die chemische Industrie oder der Kraftwerksbau. Im Gegenzug stellen diese Eigenschaften auch hohe Anforderungen an die Zerspanungswerkzeuge, so auch an VHM-Wendelbohrer. Durch die angestrebten Modifikationen der Freifläche mit Nuten bzw. einem Rücksprung der Freifläche war es geplant, den Verschleiß auf den unmittelbaren Bereich hinter der Schneide zu begrenzen und den Standweg der Werkzeuge zu erhöhen. Darüber hinaus bestand das Ziel darin, die Kühlung durch die modifizierte Werkzeuggestalt zu verbessern. Im Rahmen der ersten Förderphase erfolgte die systematische Analyse des Einflusses eines gezielt eingestellten Freiflächenrücksprungs. Nach der Aufnahme der entstehenden mechanischen und thermischen Werkzeugbelastung sowie einer Kontaktzonenanalyse mit dem Referenzwerkzeug fand eine numerisch gestützte Auslegung der modifizierten Werkzeuggestalt statt. In Einsatzversuchen ließen sich dabei schon durch die einfachen Modifikationen signifikante Verbesserungen erzielen und die Standwege im Vergleich zum Referenzwerkzeug insbesondere bei Schnittwerten mit hoher Produktivität mehr als verdoppeln. Das Ziel der zweiten Förderperiode bestand in der Weiterentwicklung des grundlegenden Konzepts der abgesetzten Freifläche durch die gezielte Einbringung geometrischer Strukturen, die dazu dienen, den Kühlschmierstofffluss zu leiten, um die Schneide effizient zu kühlen. Durch detaillierte Analysen wurden zunächst der Kühlschmierstoffstrom sowie die sich einstellenden mechanischen und thermischen Wechselwirkungen an Werkzeugen mit einem Absatz an der Freifläche untersucht, um die Kühlwirkung dieser Modifikation zu evaluieren. Darauf aufbauend erfolgte die zielgerichtete Auslegung komplexer Freiflächenstrukturen mithilfe der Computational Fluid Dynamics Simulation (CFD). Zur experimentellen Analyse erfolgte die Realisierung der modifizierten Werkzeuge durch eine schleiftechnische Bearbeitung der Referenzwerkzeuge. Neben Versuchen zur Ermittlung der Werkzeugstandzeit fanden Analysen der resultierenden thermischen Belastungen mit einem Zweifarbenpyrometer sowie Untersuchungen zum Einfluss auf die Kühlschmierstoffströmung durch Hochgeschwindigkeitsvideoanalysen mit Tracerpartikeln im Fluid statt. Durch diese Analysen ließen sich die simulativ ermittelten Vorteile der komplexen Freiflächenstrukturen validieren. Insgesamt zeigen die erzielten Ergebnisse erhebliche Vorteile der Werkzeugmodifikationen durch die gezielte Verbesserung der KSS-Versorgung der Schneiden. Es ließen sich wahlweise deutlich längere Werkzeugstandwege oder eine höhere Prozessproduktivität realisieren, bei einer gleichzeitigen deutlichen Verbesserung der Güte der erzeugten Bohrungen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung