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Metall-Reservoire und intrazelluläre Verteilung: Charakterisierung dreier Chaperone aus Cupriavidus metallidurans, die zur Zink-Homöostase beitragen

Fachliche Zuordnung Stoffwechselphysiologie, Biochemie und Genetik der Mikroorganismen
Förderung Förderung von 2017 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 328566663
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die zweiwertigen Zink-Ionen sind essentiell für alle Lebensformen. Dieses Projekt untersuchte die Zinkhomöostase im metallresistenten Modellorganismus Cupriavidus metallidurans Stamm CH34, der zu den Bea-Proteobakterien gehört. Das Bakterium ist in der Lage, seine Zinkhomöostase von nM bis mM Zn(II)-Konzentrationen im Wachstumsmedium und in Gegenwart hoher Konzentrationen anderer Metallkationen aufrecht zu halten. Im Mittelpunkt dieser Fähigkeit steht ein Fließgleichgewicht aus Metall-Aufnahme- und Efflux-Prozessen, welches die zytoplasmatischen Konzentrationen von Zink und anderen Metallen justiert. Während der Metallimport durch verschiedene Aufnahmesysteme mit breiter Substratspezifität vermittelt wird, können die Efflux-Systeme einem oder zwei Ionen zugeordnet werden. Metallbindende Komponenten des Zytoplasmas interagierten mit diesen Transportprozessen. Zwei metallbindende GTPasen (CobW2, CobW3) waren die Regisseure dieser Prozesse. Während Pulse- Chase-Experimente die Wechselwirkung von C. metallidurans mit Zn(II) im Bereich von bis zu 40 Minuten untersuchten, bestimmten transkriptomische und proteomische Messungen diese Vorgänge in den ersten Minuten bzw. wenigen Stunden. Bei sehr niedrigen Zinkkonzentrationen können Zink- teilweise durch Kobalt-Ionen ersetzt werden. Co(II) kann beispielsweise eine GTP-Cyclohydrolase aktivieren, die die Folat Biosynthese initiiert. Der Zink-Importer ZupT, die beiden GTPasen und das Co(II)-Efflux-System DmeF kontrollieren diesen Schnittpunkt der Co(II)- und Zn(II)-Homöostase. Die entsprechenden Gene stehen unter der Kontrolle des Zinkaufnahmeregulators Zur aus der Fur-Familie. Mit steigender Zinkverfügbarkeit wird Co(II) nicht mehr als Zink-Ersatz verwendet. Das Efflux-System ZntA interagiert mit den Zink-Aufnahmesystemen, um das Fließgleichgewicht zu bilden. ZntA steht unter der Kontrolle des MerR-Regulators ZntR und ist auch ein Cadmium-Efflux-System. Wenn die Cd(II)-Konzentration zu hoch wird, um einen effizienten Export durch ZntA zu ermöglichen, wird ZntA durch das Efflux-System CadA unterstützt. Wenn andererseits die Zn(II)-Konzentration zu hoch wird, hilft das Efflux-System CdfX. Das Überleben bei noch höheren Zinkkonzentrationen wird durch den Transenvelope-Efflux-Komplex CzcCBA ermöglicht, der Zn(II), Cd(II) und Co(II) aus dem Periplasma nach außen exportiert. Die Aktivität von CzcCBA wird durch zusätzliche Efflux-Systeme der inneren Membran, CzcD und CzcP, sowie periplasmatische Komponenten unterstützt. Insgesamt liefern unsere Studien einen tiefen Einblick in die vernetzte Homöostase mehrerer Metalle in einem metallresistenten Bakterium bei verschiedenen Metallkonzentrationen. Dieses Wissen kann genutzt werden, um ähnliche Prozesse in anderen Bakterien mit einer einfacheren Ausstattung an Genen, die an der Metallhomöostase beteiligt sind, zu verstehen, einschließlich pathogener Arten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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