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Die Organisation des Verbraucherschutzes – politische Akteur*innen und rechtliche Rahmenbedingungen

Antragstellerin Professorin Dr. Maja Apelt
Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung von 2017 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 259250500
 
In der ersten Förderphase haben wir analysiert, wie das Antidiskriminierungsrecht in männlich geprägten Organisationen umgesetzt, angepasst und verändert wird, welche neuen Kollektive sich dabei organisieren und wie diese das Recht und seine Umsetzung beeinflussen. Dies ist auch Ausgangspunkt unserer Forschungen in der zweiten Förderphase, bei der wir fragen, wie sich Kollektive an der Schnittstelle von Recht und Geschlecht im Bereich des Verbraucher*innenschutzes verorganisieren. Für das übergreifende Erkenntnisinteresse der Forschungsgruppe untersuchen wir, welche Imaginationen vom Allgemeinen und Gemeinsamen sich im Verbraucher*innenschutz zeigen. Dazu nutzen wir einen Methodenmix, der eine political claims Analyse mit Expert*inneninterviews kombiniert, um zwei aktuell relevante Fälle zu untersuchen. Anhand der Besteuerung von Hygieneartikeln (1) und der Schaffung des Instruments der Musterfeststellungsklagen im Zuge des Abgasskandals (2) wird gefragt, welche Kollektivierungsprozesse sich im Verbraucher*innenrecht beobachten lassen, wie sich diese Prozesse auf Recht beziehen und dieses verändern. Zudem analysieren wir, welche internationalen und transnationalen Bezüge – in Form von Legitimationssemantiken oder von neuen Vernetzungen – hergestellt werden und wie dabei Formen der Diskriminierung bearbeitet oder auch neu produziert werden. Jenseits der Gemeinsamkeiten beider Fälle lassen sich jeweils Spezifika ausweisen, die den Vergleich zwischen ihnen produktiv machen. Insgesamt adressieren wir mit unserem Projekt eine Forschungslücke an der Schnittstelle von Organisations-, Geschlechter- und Rechtssoziologie, da die Bedeutung von Recht für Organisationen, in institutionellen Feldern und in Prozessen der Verorganisierung noch unzureichend erforscht ist.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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