Detailseite
Projekt Druckansicht

Yukatekisches Maya: Variation in Raum und Zeit

Fachliche Zuordnung Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Angewandte Sprachwissenschaften, Computerlinguistik
Förderung Förderung von 2017 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 351341171
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Ziel dieses Projekts war es, die Quellen der Variation im zeitgenössischen Yukatekischen Maya zu untersuchen. Das übergeordnete Ziel bestand darin, die Schnittstelle zwischen linguistischen Theorien und empirischen Instrumenten zur Ableitung von Schlussfolgerungen aus reichhaltigen Daten zu stärken. Um dies zu erreichen, wurden im Rahmen des Projekts Datenressourcen zur Untersuchung der Sprachvariation entwickelt und die Vorhersagen grammatischer Modelle zum Ursprung der Variation bezüglich bestimmter grammatischer Phänomene getestet. Ein wichtiges Ergebnis des Projekts ist der Atlas of Yucatec Maya Online, eine Online- Ressource, die Werkzeuge zum Abrufen, zur Visualisierung und zur statistischen Analyse von Dialektdaten bereitstellt. Die Daten wurden an 86 Standorten (von 176 Sprechern) auf der gesamten Halbinsel Yukatan gesammelt, wobei die Teilnehmer 664 Ausgangsstrukturen aus dem Spanischen ins Yukatekische Maya übersetzten mit dem Ziel Fragen zur dialektalen Variation im Lexikon und auf allen Ebenen der Grammatik (Phonologie, Morphologie, Syntax) zu untersuchten. Anhand dieser Ressource wurden im Rahmen des Projekts die wichtigsten Dimensionen der Variation im geografischen Raum ermittelt, wobei sich ein dialektales Kontinuum mit erheblichen Variationen entlang der Ost-West-Achse ergab. Die Daten zeigten auch, dass sich die Variationsmuster bei Minderheitensprachen entscheidend unterscheiden: Im Gegensatz zu dominanten Sprachen, bei denen die städtischen Varietäten prestigeträchtig sind, sind Minderheitensprachen in ruralen Kontexten lebendiger. Dieser Unterschied spiegelt sich in den räumlichen Verbreitungsmustern wider, die bei der Vorhersage dialektaler Varianten durch den Einfluss der Bevölkerungsgröße diagnostiziert werden können. Weitere Studien untersuchten Variationsquellen spezifischer grammatikalischer Phänomene, wobei der Schwerpunkt auf wichtigen, bereits gut erforschten Konstruktionen des Yukatekischen Maya lag. In einer Studie zu Zahlenklassifikatoren wurden die Vorhersagen alternativer syntaktischer Modelle in Bezug auf die räumliche Verteilung verwandter dialektaler Varianten getestet. Studien zur Optionalität von Zahlmarkierungen ergaben, dass die Quelle der Optionalität in der Denotation von Substantiven liegt. Eine experimentelle Studie zu Agensfokus-Konstruktionen zeigte, dass die strukturell bedingte Variation (zwischen verschiedenen Agensfokus-Konstruktionen) im Wesentlichen mit der Sprecherdichte zusammenhängt und somit nur indirekt durch räumliche Variation (zwischen verschiedenen dialektalen Gebieten) bestimmt wird.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung