Vergleichendes Green HRM
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Die Bewältigung von Nachhaltigkeitsfragen, die soziale, ökologische und wirtschaftliche Ziele gleichermaßen umfassen, ist eine der größten Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft heute weltweit steht. Angesichts des zunehmenden Drucks, diese Herausforderungen zu bewältigen, versuchen Organisationen nicht nur, Antworten zu finden, indem sie sich zu Nachhaltigkeitszielen verpflichten, sondern fördern auch zunehmend das Engagement ihrer Mitarbeiter in Nachhaltigkeitsfragen und -aktivitäten. Um die Mitarbeiter zu ermutigen, sich in Umweltfragen zu engagieren, greifen viele Organisationen auf Praktiken des Personalmanagements (HRM) zurück, wie z. B. Freiwilligenprogramme, Schulungen und Rekrutierung. Green HRM bezeichnet und befasst sich dabei ausschließlich mit den Umweltaspekten des Personalmanagements. In diesem Zusammenhang untersuchte das von DFG und FWF geförderte Gemeinschaftsprojekt unter der Leitung von Prof. Marcus Wagner (Universität Augsburg) und Prof. Michael Müller-Camen (WU Wien) verschiedene Strategien zur Umsetzung von umweltfreundlichen Strategien im Unternehmen analysiert. Zudem war der Umgang der Angestellten mit Hindernissen und Herausforderungen im Kontext ökologischer Vorgaben von Interesse. Diese erzeugen bei den Mitarbeitenden unter Umständen Spannungen oder führen zu Situationen in denen nicht widerspruchsfrei gehandelt werden kann. Beispielsweise kann die Einschränkung von Dienstreisen aus ökologischen Gründen, einen Vertriebsmitarbeitenden vor die Herausforderung stellen neue Wege zu finden den Kundenkontakt auch ohne persönliche Besuche erfolgreich aufrecht zu erhalten. Ebenso kann eine unternehmensweite Vorschrift die Bahn anstelle des Flugzeugs zu nutzen mit einem erheblichen zeitlichen Mehraufwand einhergehen. Ziel war es, zu erforschen, welche Strategien Mitarbeitende in verschiedenen Situationen anwenden, um diese Spannungen abzubauen oder mit widersprüchlichen Situationen umzugehen. Daraus ergeben sich wertvolle Erkenntnisse über Herausforderungen bei der Implementierung von Green HRM in die Unternehmensstrategie. So zeigen die Ergebnisse, dass Spannungen in Teams entstehen, wenn Mitarbeitende sich gegenseitig ermutigen, sich grün zu verhalten, und dass diese Spannungen ein Hinweis auf ein ernsthaftes Engagement für Nachhaltigkeit in Organisationen sind. Denn Spannungen treten vor allem in den Unternehmen auf, die sich ernsthaft für Nachhaltigkeit engagieren, da diese sich bewusst mit Zielkonflikten auseinandersetzen anstatt diese zu ignorieren.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Green HRM: Mit nachhaltiger Personalarbeit Unternehmen voranbringen
Müller-Camen, M., Wagner, M. & Breitenfeld, V.
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Luft nach oben: Studie untersucht grüne Personalarbeit in Unternehmen
Wagner, M., Obereder, L. & Geuenich, B.
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Paradox theory and sustainable organizing: a multi-level and multi-method study. Paper presented at 15th Organization Studies Summer Workshop, Chania, Greece (online).
Löw, J. & Wagner, M.
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Dynamics of paradox salience: Objectives and tensions in organizing sustainably. Paper presented at 37th EGOS Colloquium (PDW), Amsterdam, Netherlands (online).
Löw, J., Wagner, M. & Berti, M.
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Unlevelling the impact of culture on experiencing paradoxes in the context of corporate sustainability. Comparative Green HRM – final project report Paper presented at 37th EGOS Colloquium, Amsterdam, Netherlands (online).
Löw, J., Prinz, J., Spiess, S. & Wagner, M.
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Das Paradoxon der Nachhaltigkeit. [The paradox of sustainability]. Personalwirtschaft, 6/2022.
Wagner, M., Löw, J. & Müller-Camen, M.
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Dynamics of paradox salience: Objectives and tensions in organizing sustainably. Paper presented at 10th GRONEN Conference, Amsterdam, Netherlands.
Löw, J., Berti, M. & Wagner, M.
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Employee Green Behavior and sustainability-related tensions. Evidence from a multi-company, international study. Paper presented at 10th GRONEN Conference, Amsterdam, Netherlands.
Löw, J., Prinz, J., Spiess, S. & Wagner, M.
