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Die Konstruktion von Räumen im Kontext von Sicherheit: Raumwissen bei der Polizei (KORSIT)
Antragstellerin
Professorin Dr. Daniela Hunold
Fachliche Zuordnung
Empirische Sozialforschung
Förderung
Förderung von 2017 bis 2021
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 366270200
Die Identifizierung von Kriminalitätsbrennpunkten und anderen problematischen Orten ist alltäglicher Bestandteil polizeilicher Arbeit und beeinflusst das Polizeihandeln auf der Straße. Dafür nutzt die Polizei Daten, die in Kriminalitätskarten und spezifischen Vorgangssystemen verarbeitet werden. Darüber hinaus ist jedoch unklar, auf welcher empirischen oder nicht-empirischen Basis die Polizei fähig ist, organisationsrelevante Räume zu definieren. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, soziale Prozesse zu identifizieren, die zur Produktion institutionsgebundener Bedeutungen von lokalen Räumen führen und sich in Handlungsroutinen im Rahmen der alltäglichen Aufgabenbewältigung widerspiegeln. Die theoretische Basis für das Vorhaben bilden Ansätze aus der Wissens- sowie Raumsoziologie. Um eine große räumliche Bandbreite abzubilden, werden in zwei Großstädten jeweils zwei Wachbereiche ausgewählt, die sich hinsichtlich ihrer sozioökonomischen, demografischen und baulichen Struktur unterscheiden. Das Forschungsdesign sieht verschiedene Erhebungsschritte vor. Dementsprechend werden teilnehmende Beobachtungen, Interviews mit Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten verschiedener Hierarchiestufen und mit Akteuren anderer in den Untersuchungsgebieten tätigen Berufsgruppen sowie eine Analyse polizeilicher Notrufdaten durchgeführt. Im Ergebnis liefert das Projekt neue Erkenntnisse zu Wissenskonstitutionen und Wissenspraktiken in den Bereichen kommunaler Kriminalität und Sicherheit. Außerdem trägt das Projekt zur Identifizierung von Chancen und Gefahren der Produktion von Räumen entlang der Kategorien Sicherheit und Risiko bei.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen