Detailseite
Projekt Druckansicht

Analyse der Korrelation zwischen dem Ermüdungsverhalten Remote-Lasergeschnittener Faserkunststoffverbunde und der Prozessführung

Fachliche Zuordnung Mechanische Eigenschaften von metallischen Werkstoffen und ihre mikrostrukturellen Ursachen
Mechanik
Förderung Förderung von 2017 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 372786314
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In diesem Projekt erfolgten umfassende Untersuchungen des Remote-Laserschneidprozesses von Faserkunststoffverbunden, der dabei verursachten thermisch induzierten Schädigung und deren Auswirkungen auf die mechanischen Eigenschaften der geschnittenen Strukturen. Ein Schwerpunkt war dabei die systematische Analyse des Schneidprozesses, des Einflusses der verschiedenen Prozessparameter durch Schneidversuche und die Untersuchung der Wärmeeinflusszone mit Schliffbildern, Computertomografie und Rasterelektronenmikroskopaufnahmen sowie Simulationen. Für die Analyse der mechanischen Eigenschaften wurden die Eigenschaften von thermisch ungeschädigten Proben mit lasergeschnittenen Proben mit variierter Schädigungsintensität in quasistatischen und zyklischen Versuchen verglichen. Dazu wurden gelochte Proben verwendet, bei denen die maximale Beanspruchung durch den Kerbeffekt im Bereich der Wärmeeinflusszone um das Loch auftritt. Durch Variation weiterer Parameter wie dem Lagenaufbau und der Kerbgeometrie sowie Laststeigerungsversuchen und der Untersuchung chemisch gealterter Proben erfolgte eine systematische Erweiterung der Analysen. Hierbei konnte gezeigt werden, dass remote-lasergeschnittene Proben im Vergleich zu gefrästen und CO2-lasergeschnittenen Proben eine höhere Festigkeit aufweisen. Dies konnte auf eine reduzierte Kerbwirkung am Lochrand aufgrund der begrenzten Wärmeeinflusszone zurückgeführt werden. Um den Schneidprozess, die thermisch induzierte Schädigung und das mechanische Verhalten der lasergeschnittenen Proben in einer geschlossenen Prozess-Struktur-Eigenschafts- Kette numerisch untersuchen zu können, wurden ein physikalisch basiertes Schneidprozessmodell, ein Materialmodell für die mechanischen Eigenschaften des thermisch geschädigten Materials und ein Modell für die Ermüdung des Faserkunststoffverbunds entwickelt. Die Verwendung dieser Modelle erlaubt eine schnelle Anpassung auf neue Prozess- und Materialkonfigurationen ohne neue experimentelle Untersuchungen zur Parametrisierung durchführen zu müssen. Damit wird eine Vorhersage für bisher unbekannte Konfigurationen ermöglicht. Mit dem entwickelten Schneidprozessmodell wurde erstmals ein dreidimensionales Modell mit Berücksichtigung des Laserstrahls zur direkten Abbildung des Materialabtrags faserverstärkter Kunststoffe vorgestellt. Die im Forschungsprojekt gewonnenen Erkenntnisse wurden durch Veröffentlichungen und Vorträge auf nationalen und internationalen Konferenzen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. In dem Projekt erfolgte erstmals eine grundlegende Untersuchung des Schneidprozesses mit einem besonderen Fokus auf die mechanischen Eigenschaften der geschnittenen Strukturen, was durch die effektive Kombination und gegenseitige Ergänzung von experimentellen Untersuchungen und numerischen Simulationen ermöglicht wurde.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung