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MMCCRITDM - Religöse Minoritäten und Medien. Die kommunikative Konstruktion religiöser Identität in Zeiten tiefgreifender Mediatisierung.

Fachliche Zuordnung Publizistik und Kommunikationswissenschaft
Empirische Sozialforschung
Religionswissenschaft und Judaistik
Förderung Förderung von 2017 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 381589440
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt konnte zeigen, dass • religiöse Akteur_innen ihre Medien nutzen um die Einheit in Ihren Gemeinden zu erhalten und eigene Autorität zu verstärken • Medien eine wichtige Rolle bei der Konstruktion religiöser Identität spielen, indem sie ermöglichen bestimmte Narrative einzusetzen. Diese Narrativen wurden im Projekt identifiziert und analysiert. • die untersuchten Kirchen eigene Strategien des Umganges mit den Medien entwickeln. Damit sind sie keine passiven Akteur_innen, sondern nehmen aktiv Teil in gesellschaftlichem Wandel in Zeiten tiefgreifender Mediatisierung • die Minderheitskirchen digitale Technologie nutzen um die traditionellen Strukturen zu erhalten. Das Projekt ermöglicht somit Einblicke in bisher wenig erforschtes Feld religiöser Nutzung von Medien aus der akteurszentrierten Perspektive. Es konnte zeigen, dass die untersuchten Kirchen sich nicht gezwungen fühlen, sich unter Druck der "Logik" der neu entwickelten Medien zu beugen. Im Gegenteil, sie agieren aktiv, entwickeln eigene Strategien, was sie zu Mediensiedlern macht. Dieses im Projekt entwickelte Konzept weist darauf hin, dass Nutzung moderner Medien nicht nur zu einfacher Übernahme ihrer Formate führt. Digitale Medien werden von den religiösen Akteur_innen aktiv genutzt und an eigene Ziele angepasst. Zwischen einfacher Übernahme oder Ablehnung von Medien gibt es eine Reihe von Grautönen, die bisher in der Forschung wenig Aufmerksamkeit bekamen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu den bestehenden Studien u.a. zu den Religous Social Shaping of Technology (RSST) Rahmen von Heidi Campbell (Campbell 2010). Das Konzept der Mediensiedler erweitert den RSST-Rahmen, indem es das ganze Medienensemble einer religiösen Organisation betrachtet und die Anpassung der digitalen Medien an eine Vielzahl von Organisationszielen kommentiert, die über den theologischen Fokus hinausgehen. Eine umfassendere Studie ist erforderlich, um das Konzept der Mediensiedler auf jeden organisatorischen Kontext anzuwenden und es in ein analytisches Instrument zu verwandeln, das für Studien an der Schnittstelle von Mediatisierung und Religion - oder sogar noch umfassender - geeignet ist. Das sollte das Ziel zukünftiger Studien sein.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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