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Mobility and Social Exclusion: Individual perception and spacial patterns of mobility related social exclusion in urban space

Subject Area City Planning, Spatial Planning, Transportation and Infrastructure Planning, Landscape Planning
Empirical Social Research
Term from 2017 to 2022
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 382428751
 
Final Report Year 2023

Final Report Abstract

Das Forschungsprojekt MobileInclusion widmete sich dem Phänomen der mobilitätsbezogenen sozialen Exklusion. Dazu wurden mit der GIS-basierten Analyse und dem qualitativen Interview zwei methodische Zugänge kombiniert. Es liegt national und international bereits ein guter Forschungsstand zum Thema vor, wobei sich keine einheitliche Definition durchgesetzt hat. Einig sind sich die Forschenden darüber, dass die mobilitätsbezogene soziale Exklusion multifaktoriell bedingt ist und sowohl durch Merkmale der Umgebung (Raumstruktur und Verkehrsangebot) als auch durch individuelle Merkmale (u. a. Kaufkraft, gesundheitliche Verfassung, Wissen und Kompetenzen) geprägt wird. Wir stellen die räumliche Analyse dar, mit deren Hilfe der Zusammenhang aus Erreichbarkeit und sozialer Ausgrenzung ergründet wird. Wie eine Untersuchung der ÖPNV-Erschließung aufzeigt, sind Personen, die „Hartz IV“ beziehen, weder in Berlin noch in Hamburg strukturell schlechter mit Nahverkehrs-Haltestellen ausgestattet. Wird die Bevölkerungsdichte einbezogen, zeigt sich allerdings, dass der Index pro Kopf in Kaufkraft-armen Gebieten mit Abstand am geringsten ist. Hier liegt eine Ungleichverteilung zu Lasten einkommensarmer Städter:innen vor, die einige Befragte im Interview als empfundene Überfüllung der Fahrzeuge beschrieben. Der qualitative Ansatz, der bei der Befragung von 40 „Hartz IV“-Empfänger:innen in Berlin und Hamburg verfolgt wurde, wird beschrieben. Die Ergebnisse werden anhand von sechs Schlüsselfaktoren erläutert. Als zentral stellt sich die finanzielle Barriere heraus, die die ÖPNV-Nutzung für einkommensarme Personen erschwert. Die Erzählungen des teilweisen Verzichts darauf, Individualbedürfnisse zu realisieren sowie Verwandte und Freund:innen zu besuchen, zeigen, dass potenzielle und gewünschte Ortsveränderungen nicht umgesetzt werden können. Die unterschiedliche Größe des Möglichkeitsraum (der vorstellbaren Mobilität) ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal, um unterschiedliche einkommensarme Mobilitätstypen zu identifizieren. Darauf aufbauend wird eine Typologie der Mobilität einkommensarmer Haushalte entwickelt. Die Aussagen der 40 Befragten werden zu sieben Typen der mobilitätsbezogenen sozialen Exklusion zusammengefasst: Vier der sieben Typen werden auf einer Web-Themenseite vorgestellt. Der Erzählstrang folgt den zusammengefassten Schilderungen der Befragten und wird durch klick- und schiebbare Webkarten interaktiv visualisiert. Mögliche Maßnahmen, um mobilitätsbezogene Exklusion zu lindern bzw. ihr vorzubeugen, werden vorgestellt. Die empirische Grundlage bilden Repertory-Grid-Interviews mit 20 von Armut betroffenen Personen, von denen einige auch schon in den qualitativen Interviews befragt wurden. Im Allgemeinen wünschen sich die Befragten die Vermittlung von Informationen beispielsweise durch Broschüren und Beratungsangebote. Das Jobcenter, mit dem sie vorwiegend schlechte Erfahrungen verbinden, lehnen sie allerdings als Anlaufpunkt für die Mobilitätsberatung ab. Aus jedem Schlüsselfaktor des vierten Kapitels werden abschließend Maßnahmen abgeleitet und mittels einer SWOT-Analyse strukturiert. Daraus werden drei Strategiepfade verdichtet, die jeweils als verkehrspolitische Leitlinie zur Vermeidung von Exklusion verfolgt werden können.

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