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Synergetische Nutzung mobiler und laborbasierter spektroskopischer Verfahren (Vis-NIR, Labor- und hand-held MIR, hyperspektrale Framekamera) zur optimierten Bestimmung von zeitlich und räumlich variablen Bodeneigenschaften

Fachliche Zuordnung Bodenwissenschaften
Förderung Förderung von 2017 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 387000394
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ziel des Projektes war die Überprüfung und Optimierung des Potenzials der Infrarotspektroskopie im sichtbaren und nahen Infrarot (Vis-NIR) und im mittleren Infrarot (MIR), um auf der Basis von Laborund von in situ-Messungen eine Reihe von chemischen, physikalischen und biologischen Bodeneigenschaften zu erfassen. Die Analysen und Optimierungen erfolgten hinsichtlich (i) der einzusetzenden Algorithmen, (ii) des Umgangs mit den Störgrößen Wassergehalt und Bodenrauigkeit bei in situ-Messungen, (iii) der Datenfusionen der Vis-NIR- und MIR-Bereiche (low-level- und high-level-Datenfusion) und (iv) der Eignung von Spektralbibliotheken zur Erstellung von Kalibrationsmodellen einschließlich der Bedeutung des Spiking. Im Vergleich zu Vis-NIR wiesen die Ergebnisse für Labor-MIR-Spektroskopie eine größere Robustheit und Güte der Abschätzungen für spektral aktive Konstituenten (organische Bodensubstanz SOC, N, Ton und Sand) auch in der Validierung (d.h. für Böden, die nicht im Kalibrationsdatensatz vorhanden waren) auf. Support Vector Machine Regression führte zu geringfügig verbesserten Abschätzungsgenauigkeiten im Vergleich zur Standardmethode der Partial Least Squares-Regression. Die Schätzgenauigkeiten mit in situ-Messungen bei vorhandenen variablen Bodeneigenschaften waren geringer als für getrocknete und gemahlene Böden, erreichten aber je nach betrachtetem Probenkollektiv insbesondere für SOC und N zufriedenstellende bis gute Ergebnisse (RPIQ > 1.89 mit MIR-Daten bzw. > 2.1 für SOC bei erfolgter Datenfusion). Untersuchungen über die Bedeutung der Fusion von Vis-NIR und MIR-Daten bzw. Modellen wurden für verschiedene Skalen ausgehend von der Feldskala bis zur regionalen Skala auf nationaler Ebene (Waldbodenarchiv Österreich) durchgeführt. Insbesondere bei heterogenen Probenkollektiven und bei in situ-Messungen ergab sich ein deutlicher Mehrwert im Sinne höherer Schätzgüten in der Validierung durch Datenfusion. Dieser Mehrwert konnte auch in einer experimentellen Studie unter systematischer Variation der Bodenfeuchtestufen für die Zielgrößen SOC und Ton gefunden werden. Uneinheitlich waren die erzielten Ergebnisse hinsichtlich der optimalen Fusionsmethode, die weitergehend und systematisch unter Einbeziehung von mid-level-Fusionsmethoden analysiert werden sollte. Für die Nutzung von Spektralbibliotheken bedeuten die erzielten Ergebnisse, dass neben den bereits vorhandenen umfangreichen Vis-NIR-Bibliotheken auch der Aufbau von MIR-Bibliotheken forciert werden sollte. Spiking erwies sich als effiziente Methode (sowohl mit Vis-NIR Labordaten als auch für MIR-in situ-Daten), um die Anwendbarkeit bzw. Übertragbarkeit der auf Basis der vorhandenen Referenzdaten erstellten Schätzmodelle auf bisher unberücksichtigte (lokale) Flächen zu verbessern. Der Mehrwert des Spiking relativiert sich, wenn bereits bei der Kalibrierung des Schätzmodells eine Optimierung für die lokale Anwendung erfolgt, z.B. durch eine angepasste Probenauswahl im Rahmen der Memory-Based Learning-Kalibrationsstrategie.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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