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Die Beendigung von Sanktionen in Krisenzeiten: die Rolle externer Schocks

Antragstellerin Dr. Julia Grauvogel
Fachliche Zuordnung Politikwissenschaft
Förderung Förderung von 2017 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 389266222
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die beiden Projekte zur Beendigung von Sanktionen haben die Ursachen, Prozesse und Folgen der Aufhebung von Sanktionen untersucht und dabei auch analysiert, inwiefern diese in Krisenzeiten – beispielsweise während Pandemien – divergieren. Mithilfe neuer Daten, statistischer Analysen und Fallstudien hat das Projekt bei der Erforschung der Fragen, wie und warum Sanktionen enden und welche Konsequenzen dies hat, wissenschaftliches Neuland betreten: Die konzeptionellen Arbeiten betonen die graduelle Natur der Beendigungsprozesse sowie Signalwirkungen, die von der Aufhebung von Sanktionen ausgeht. Darauf aufbauend wurden umfangreiche Primärdaten erhoben. Der „International Sanctions Termination“-Datensatz umfasst in seiner zweiten, aktualisierten Version 465 US-, EU-, UN- und Regionalsanktionen von 1990 bis 2021. Die Daten unterstreichen, dass Sanktionsfälle oft schrittweise aufgehoben werden und zeigen erstmals die Bedeutung von Überprüfungsvorschriften, Verfallsklauseln und klaren Zielen für Beendigungsprozesse. Quantitative Analysen haben zentrale Erklärungsfaktoren für zwei unterschiedliche Wege zur Beendigung von Sanktionen identifiziert: politische und ökonomische Volatilität der sanktionierten Länder begünstigt deren Einlenken während enge ökonomische und politische Beziehungen der Sanktionssender zu den sanktionierten Regimen die Kapitulation ersterer wahrscheinlicher machen. Fallstudien zum Iran, Irak und Simbabwe basierend auf Interviews, Archivmaterial zum irakischen Regime sowie Originaldokumenten der Sanktionssender zeigen, wie divergierende Einschätzungen über die Ziele von Sanktionen deren Aufhebung erschweren und welche diskursiven Auseinandersetzungen damit einhergehen. Erste Untersuchungen zum Einfluss externen Schocks auf die Beendigung von Sanktionen legen nahe, dass eher humanitäre Ausnahmen gewehrt werden, anstatt Maßnahmen vollständig aufzuheben. Vorläufige Ergebnisse zu den innerstaatlichen Konsequenzen der Aufhebung von Sanktionen bestätigen, dass ehemals sanktionierte Regime von einem solchen Schritt politisch profitieren können. Das Projektteam hat seine Forschung u.a. in sieben referierten Artikeln in renommierten internationalen Fachzeitschriften wie European Economic Review, International Studies Quarterly und dem Journal of Peace Research sowie verschiedenen Policy Briefs veröffentlicht. Darüber hinaus befindet sich eine Monografie in Vorbereitung. Die Ergebnisse wurden regelmäßig mit politischen Akteuren im Auswärtigen Amt sowie auf europäischer Ebene diskutiert und der breiten Öffentlichkeit durch zahlreiche Zeitungs-, Radio und Fernsehinterviews, Podcasts sowie Podiumsdiskussionen zugänglich gemacht.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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