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EXC 2020:  Temporal Communities. Literatur als Praxis in globaler Perspektive

Fachliche Zuordnung Literaturwissenschaft
Alte Kulturen
Geschichtswissenschaften
Kunst-, Musik-, Theater- und Medienwissenschaften
Sozial- und Kulturanthropologie, Außereuropäische Kulturen, Judaistik und Religionswissenschaft
Förderung Förderung seit 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 390608380
 
In seiner zweiten Förderphase wird EXC 2020 sein Forschungs- und Transferprogramm ausbauen und vertiefen. Es gilt, Literatur in globaler Perspektive als Phänomen transkultureller und transtemporaler Verflechtungen zu untersuchen, die sich in die zeitliche Tiefe erstrecken. Für diese Verflechtungsstrukturen hat der Cluster den Begriff der ‚Temporal Communities‘ geprägt. EXC 2020 untersucht Literatur als eine materiale Praxis, die spezifische Formen des Ästhetischen generiert und, damit einhergehend, jeweils auch besondere Vorstellungen von Zeit und Zeiterfahrung – sprich: ‚Zeitlichkeiten‘. Einer weltweiten Entwicklung in den Geisteswissenschaften folgend, will der Cluster die eurozentrisch-westlichen Parameter, die in der Forschung zur Literatur und den Künsten noch dominieren, einer Kritik unterziehen und durch neue Herangehensweisen ersetzen. Zu diesem Zweck wird EXC 2020 in theoretischen und methodologischen Diskussionen wie auch über ein breites Spektrum von Fallstudien seine Forschungsagenda in Fragen wie diesen entfalten: Welche ästhetischen Praktiken interagieren in einer jeweiligen Temporal Community? Wie findet diese Interaktion statt und wie kommt es zu Verknüpfungen über weite Zeiträume hinweg, aus denen neue Zeitlichkeiten hervorgehen? Wie kann Zeit geteilt werden und welche Spannungen und Konkurrenzdynamiken ergeben sich aus den jeweiligen Formen der Zeitgenossenschaft? Wie genau sehen die Zeitlichkeiten aus, die mit bestimmten ästhetischen Praktiken einhergehen? Bieten sie utopische Aussichten oder wirken sie geisterhaft fort? Verknüpfen sie eine Temporal Community mit der Vergangenheit oder grenzen sie sich vom Gewesenen ab? Eröffnen sie neue Zukunftsvorstellungen oder verschließen sie sich vor dem Kommenden? Um sein Forschungsprogramm umzusetzen, wird EXC 2020 das Netzwerk seiner interna-tionalen Partner vergrößern und verstärken – etwa durch den Ausbau der Beziehungen zur Jawaharlal Nehru University in Delhi. Der Cluster wird sein internationales Fellowprogramm fortführen und um neue Kontakte zum Globalen Süden erweitern sowie seine Zusammenarbeit mit der Berliner Kunst- und Literaturszene und kulturellen Einrichtungen in der Stadt noch schärfer profilieren. Er engagiert sich weiterhin in der Ausbildung von Doktorand*innen und Postdoktorand*innen, nicht zuletzt, indem er die Zusammenarbeit seiner Postdocs mit der Berliner Kunst- und Kulturwelt fördert. Mit dem neuen Masterstudiengang „Global Literatures: Arts, Media, Aesthetics“ soll die Perspektive des Clusters intensiv in die Lehre eingebracht werden. Durch den Ausbau seiner Digitalplattform „Doing Literature“ wird der EXC 2020 ein breites wissenschaftliches wie nicht-wissenschaftliches Publikum ansprechen.
DFG-Verfahren Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution Freie Universität Berlin
 
 

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