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EXC 2025:  Matters of Activity. Times Scales Defects

Fachliche Zuordnung Literaturwissenschaft
Bauwesen und Architektur
Kunst-, Musik-, Theater- und Medienwissenschaften
Materialwissenschaft
Mathematik
Medizin
Mikrobiologie, Virologie und Immunologie
Physik der kondensierten Materie
Sozial- und Kulturanthropologie, Außereuropäische Kulturen, Judaistik und Religionswissenschaft
Zoologie
Förderung Förderung seit 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 390648296
 
Was wäre eine neue Kultur des Materialen? Eine Gesellschaft, in der Technologien, Gebäude und Infrastrukturen mit der Eigenaktivität von Materialien arbeiten - und nicht gegen sie. In der die Materialien nicht auf Kosten ihrer Anpassungsfähigkeit passiviert werden und die Kontrolle der Materialflüsse über kurzfristigen Profit hinausgeht. Diese Vision bietet eine nachhaltige Alternative zu gängigen energieintensiven Technologien und eröffnet eine neue Sichtweise auf die Herausforderungen, die sich aus den gegenwärtigen anthropogenen Krisen ergeben. Der Cluster Matters of Activity (MoA) verfolgt mit der inter- und transdisziplinären Erforschung von aktiver Materie einen wegweisenden Ansatz, um eine solche Kultur des Materialen voranzutreiben. In seiner ersten Phase untersuchte MoA Praktiken des Filterns, Webens und Schneidens als Materialoperationen und gewann daraus innovative Theoriekonzepte und Designstrategien. In der zweiten Phase erforschen wir nun Materialdefekte, die aus Unregelmäßigkeiten, Verunreinigungen und Unvollständigkeiten entstehen. Defekte sind mehr als nur Anzeichen für Schäden, sie treiben die Materialaktivität entscheidend an und ermöglichen Plastizität, Komponierbarkeit und Lebensfähigkeit. So können alterndes Holz, modrige Fassaden oder sich regenerierende Knochen zu Inspirationen für neue technowissenschaftliche und soziokulturelle Praktiken einer nachhaltigen materiellen Zukunft werden. Dadurch können wir uns von apokalyptischen Erzählungen lösen und von den Reaktionen der Materialien auf die sich verändernden Umweltbedingungen lernen. Indem MoA durch Defekte hervorgerufene Transformationen über verschiedene Zeiten und Skalen hinweg untersucht, wird ein dringend nötiger ökologischer Ansatz für Materialaktivität formuliert, der die Materialforschung entscheidend voran-bringen, ethische Fragen forcieren und zu adaptiven post-control Designprinzipien führen wird. MoA’s radikale Integration von Theorie und Praxis ist einzigartig. Der Cluster vereint ein breites Fachwissen der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Natur- und Medizinwissenschaften und bindet Design und Kunst in die Grundlagenforschung ein. Unser gemeinsamer Fokus auf Gestaltung erschließt neue Potenziale für kollaborative Forschung und ermöglicht, soziokulturelle, technische und medizinische Innovationen verantwortungsvoll zu gestalten. In den letzten Jahren hat sich MoA als weltweit führendes Zentrum für integrative Materialforschung etabliert und verbindet lokale wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen mit einem diversen globalen Netzwerk. Angesiedelt am interdisziplinären Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin, wird MoA innovative Formate für den Austausch zwischen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft entwickeln. Für dieses Vorhaben ist Berlins lebendige Wissenschafts- und Kulturlandschaft der ideale Ort: mit führenden Forschungseinrichtungen, Kunsthochschulen, Museen und einer renommierten Designszene.
DFG-Verfahren Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution Humboldt-Universität zu Berlin
 
 

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