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EXC 2060:  Religion und Politik: Dynamiken von Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit

Fachliche Zuordnung Theologie
Alte Kulturen
Geschichtswissenschaften
Rechtswissenschaften
Sozial- und Kulturanthropologie, Außereuropäische Kulturen, Judaistik und Religionswissenschaft
Sozialwissenschaften
Förderung Förderung seit 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 390726036
 
Seit seiner Gründung im Jahr 2007 hat unser Exzellenzcluster die Universität Münster zu einem internationalen Dreh- und Angelpunkt für herausragende interdisziplinäre Forschung über das Verhältnis von Religion und Politik quer durch die Epochen, Kulturen und Weltregionen gemacht. Im Zentrum unserer Forschung zur Wechselbeziehung von Religion und Politik werden in der kommenden Förderphase Dynamiken von Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit stehen. Zugehörigkeit bezeichnet eine sozial bedeutsame Beziehung des „Teilseins von“, der „Verbindung zu“ oder des „Verbundenwerdens mit“ einer Entität, sei es eine Gemeinschaft oder ein Ort, oder seien es ethnische Gruppen, religiöse Gemeinschaften, Gott, Götter oder Gottheiten. Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit stehen in einem dynamischen Wechselverhältnis. Wir werden vier dieser Dynamiken in den Blick nehmen: die Dynamiken des Salientmachens und Implizitlassens, des Einforderns und Verweigerns, des Integrierens und Fragmentierens sowie des Ausbeutens und Anerkennens von Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit. Wir werden diese Dynamiken und ihre Verflechtungen mit Religion und Politik transepochal vom Alten Ägypten bis in die Gegenwart und in einer interdisziplinären Herangehensweise untersuchen, die 25 Fächer aus den Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften umfasst. In der kommenden Förderperiode werden wir eine umfassendere Perspektive auf die Vielfalt religiöser Phänomene einnehmen als zuvor, indem wir alternative Formen von Religiosität berücksichtigen, wie etwa esoterische Praktiken oder Verschwörungstheorien, da die Beschäftigung mit solchen Phänomenen neue Perspektiven auf Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit eröffnet, die den etablierten Fokus unseres Clusters auf Judentum, Christentum und Islam ergänzen. Um westliche Vorurteile in Bezug auf Konstruktionen von Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit zu vermeiden, werden wir den regionalen Fokus unserer Arbeit ausweiten. Während Europa und die Mediterrane Welt, einschließlich des Nahen Ostens, die regionalen Schwerpunkte unserer Forschung markieren, werden wir unsere Beschäftigung mit dem subsaharischen Afrika und Lateinamerika ausbauen sowie Fallstudien aus Ost- und Südostasien einbeziehen. Mit dem neuen Campus der Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften, der 2025 eröffnet wird, schafft die Universität Münster für unser Cluster ein einzigartiges Umfeld, in dem der Austausch zwischen gelehrten Traditionen unterschiedlicher religiöser Herkunft und nicht-konfessioneller Religionsforschung befördert wird. Der neue Campus wird eine der weltweit größten Forschungsbibliotheken zum Thema Religion beherbergen. Wir werden diese Infrastruktur nutzen, um die Forschung unseres Clusters weiter zu internationalisieren, und ein Centre for Advanced Studies on Religion and Politics gründen, das als Pionierprojekt im Rahmen der universitären Strategie zur Gründung eines Advanced Research College (ARC) fungiert.
DFG-Verfahren Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution Universität Münster
 
 

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