Detailseite
Projekt Druckansicht

Trajektorien und Übergänge während der Schullaufbahn: Implikationen für Gesundheit und gesundheitliche Ungleichheiten im Jugendalter.

Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung von 2017 bis 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 390731669
 
Kindheit und Jugend sind allgemein durch eine gute Gesundheit und ein hohes Wohlbefinden gekennzeichnet. Dennoch zeigen sich deutliche Ungleichheiten in der Gesundheit und dem Wohlbefinden, differenziert nach dem sozioökonomischen Status (SES) und dem besuchten Schultyp, zu Ungunsten von SchülerInnen mit niedrigem SES oder SchülerInnen, die einen anderen Schultyp als das Gymnasium besuchen. Da bislang für Deutschland lediglich Querschnittsstudien zur Verfügung standen, wurden Gesundheit und Wohlbefinden häufig als statische Merkmale behandelt, obwohl sie eine zeitliche Entwicklung beschreiben. Die Verfügbarkeit von Panel-Daten ermöglicht es, Gesundheit und Wohlbefinden in Form von Trajektorien zu analysieren und den Effekt eines Übergangs in Form einer Klassenwiederholung als (kritisches) Ereignis für die Gesundheit und das Wohlbefinden junger Menschen zu untersuchen.Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Trajektorien von Gesundheit und Wohlbefinden sowie den Effekt eines nicht-normativen Übergangs (d.h. Klassenwiederholung) für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Heranwachsenden in der Sekundarstufe I und II in Deutschland zu untersuchen. Folgende Forschungsfragen stehen im Vordergrund:1. Welche Trajektorien von Gesundheit und Wohlbefinden können unter SchülerInnen identifiziert werden, und wie sind diese differenziert nach SES und Schultyp?2. Welche (kurzfristigen) Effekte hat ein nicht-normativer Übergang für die Gesundheit und das Wohlbefinden der SchülerInnen und wie unterscheiden sich diese nach SES und Schultyp?3. Zeigen SchülerInnen Unterschiede in ihren Trajektorien von Gesundheit und Wohlbefinden, je nachdem, ob sie einen nicht-normativen Übergang erlebt haben?Die Analysen basieren auf Längsschnittdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) mit zwei Startkohorten (SK). SK3 (5. Klasse) umfasst die Klassen 5 bis 9, startete mit einer Stichprobe von 5.208 SchülerInnen in Regelschulen und einer Aufstockung auf 6.211 SchülerInnen in der 7. Klasse. SK4 (9. Klasse) umfasst die Klassen 9 bis 12 und startete mit 14.540 SchülerInnen in Regelschulen. Gemäß NEPS-Zeitplan werden zum erwarteten Start des Projektes für beide Kohorten Daten zu mindestens einer weiteren Klassenstufe veröffentlicht, womit die gesamte Sekundarstufe I und II in Deutschland abgedeckt sein wird. Linear Mixed Effects-Modelle werden verwendet, um Trajektorien der Gesundheit und des Wohlbefindens der SchülerInnen zu identifizieren und inter-individuelle Unterschiede in diesen Trajektorien nach SES, Schultyp und dem Vorhandensein eines nicht-normativen Übergangs zu unterscheiden. Fixed Effects-Modelle werden verwendet, um kurzfristige Effekte eines nicht-normativen Übergangs zu analysieren.Das Vorhaben generiert neue empirische Evidenz bzgl. der intra-individuellen Entwicklung von Gesundheit und Wohlbefinden, differenziert nach dem SES, dem besuchten Schultyp sowie nach dem Erleben eines nicht-normativen Übergangs von SchülerInnen in der Sekundarstufe in Deutschland.
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung