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EXC 2117: Forschungskolleg Kollektives Verhalten
Fachliche Zuordnung
Zoologie
Informatik
Psychologie
Informatik
Psychologie
Förderung
Förderung seit 2019
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Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 390829875
Das Verhalten von Kollektiven ist beeindruckend und fesselnd. Doch welche Mechanismen liegen hinter den scheinbar choreografierten Bewegungen von Menschenmengen, Vogelschwärmen, Fischschwärmen, oder den riesigen Heuschreckenplagen, die weltweit die Ernährungssicherheit bedrohen? Warum ist dieses Verhalten so allgegenwärtig und welche zentralen Prinzipien liegen ihm zugrunde? Das Forschungskolleg Kollektivverhalten, eine Initiative der Universität Konstanz (UKON) und des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie (MPI-AB), untersucht Kollektivverhalten über verschiedene Spezies und Lebensräume hinweg. Die Integration von physiologischen, neurologischen, verhaltensbasierten, ökologischen und technischen Studien mit einem explizit quantitativen Ansatz ermöglicht fundamentale Einsichten und erlaubt es uns, neue Designprinzipien für verteilte technische Systeme zu finden. In der ersten Förderphase hat sich CASCB zu einem weltweit vernetzten, interdisziplinären Zentrum für die Erforschung von Kollektivverhalten entwickelt. Wir sind eine dynamische Gemeinschaft von über 160 Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Disziplinen, angesiedelt in unserem neu eröffneten Forschungsgebäude, dem Centre for Visual Computing of Collectives (VCC), das sich als Zentrum unserer Aktivitäten und auch des Campuslebens etabliert hat. Das MPI-AB wird 2029 sein neues Gebäude in direkter Nähe zum VCC eröffnen und so eine noch engere Zusammenarbeit ermöglichen. Die Forschungsprogramme der zweiten Förderphase reichen von der Untersuchung der neuronalen und algorithmischen Grundlagen individueller Entscheidungsfindung bis zu den Mechanismen und Funktionen physiologischer und verhaltensbezogener Synchronisation. Die Fokussierung auf das Individuum innerhalb des Kollektivs wird ergänzt durch die Untersuchung der komplexen, vielschichtigen Kommunikationsnetzwerke, die kollektive Verhaltensweisen ermöglichen. Wir werden Hunderte von Vögeln auf ihren globalen Wanderungen begleiten, Hunderttausende von Fischen studieren, die in Gruppen jagenden Raubfischen ausweichen, sowie verheerende Heuschreckenschwärme beobachten. Die Kohortenstudie zum kollektiven Verhalten ermöglicht es, multiple Gruppen von Studierenden über Jahre hinweg in einer entscheidenden Entwicklungsphase zu beobachten. CASCB hat neue Einblicke in das Kollektivverhalten sowie die zugrundeliegenden Mechanismen und Funktionen über verschiedene Systeme und Größenordnungen ermöglicht, die den Grundstein für neue konzeptionelle, quantitative und mathematische Rahmenmodelle zum Verständnis von Kollektivverhalten legen. Diese dienen wiederum als Grundlage für neue Versuchsdesigns und technologische Innovationen. Unser Ansatz wird es uns auch ermöglichen, unser Verständnis von Kollektivverhalten auf reale Probleme anzuwenden, wie z.B. die Kontrolle von Heuschreckenschwärmen, die Bewältigung kollektiver menschlicher Herausforderungen durch den Klimawandel und die Entwicklung effektiver, skalierbarer verteilter Robotersysteme.
DFG-Verfahren
Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution
Universität Konstanz
Beteiligte Institution
Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie
Sprecherinnen / Sprecher
Professor Iain Couzin, Ph.D.; Professor Dr. Oliver Deussen; Professorin Dr. Britta Renner
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler
Professor Armin Bahl, Ph.D.; Professor Dr. Clemens Bechinger; Einat Couzin-Fuchs, Ph.D.; Professorin Margaret Crofoot, Ph.D.; Professorin Dr. Tiare Feuchtner; Professor Dr. Urs Fischbacher; Dr. Andrea Flack; Professorin Dr. Barbara Ingrid Fruth; Professor Dr. Wolfgang Gaissmaier; Professor Dr. David Garcia Becerra; Professor Dr. Bastian Goldlücke; Professor Dr.-Ing. Heiko Hamann; Professor Dr. Daniel Keim; Professor Dr. Jens Pruessner; Professor Dr. Falk Schreiber; Professor Dr. Harald Schupp; Dr. Caroline Schuppli; Dr. Ariana Strandburg-Peshkin; Dr. Anna Stöckl; Professor Tobias Sutter, Ph.D.; Dr. Hannah Jane Williams; Professorin Dr. Petra Wirtz, Ph.D.
