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EXC 2167:  Präzisionsmedizin für Chronische Entzündungserkrankungen

Fachliche Zuordnung Medizin
Grundlagen der Biologie und Medizin
Mikrobiologie, Virologie und Immunologie
Förderung Förderung seit 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 390884018
 
Chronische Entzündungskrankheiten (CIDs) als lebenslange Erkrankungen mit oft früher Manifestation und steigender Prävalenz sind die derzeit größte Herausforderung des Gesundheitssystems. Moderne Therapien inhibieren einzelne pathophysiologische Schlüsselmoleküle, aber die Heterogenität von CIDs begrenzt die Gesamteffizienz. PMI wird mit einer neuen Krankheitstaxonomie eine individualisierte Therapieauswahl etablieren und neue therapeutische Zielstrukturen werden präventive Ansätze zur Vermeidung des Krankheitsausbruchs ermöglichen. PMI bündelt 380 ForscherInnen aus verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen in 11 Forschungs- und Technologie-Feldern und verbindet wissenschaftliche Grundlagenforschung mit leistungsstarken Technologieplattformen, um die großen Patientenkohorten des zweitgrößten deutschen Universitätsklinikums zu analysieren. Die klinischen Akteure haben sich in interdisziplinären Entzündungszentren organisiert, um hoch standardisierte Behandlungsprozesse auf der Basis etablierter Leitlinien aufzusetzen. Dies ermöglicht, klinische Daten und Biomaterialien, die bei einer hohen Patientenakzeptanz über den „broad consent“ (der durch medizinethische Begleitforschung weiterentwickelt wird) aus diagnostischen Restmaterialien gewonnen werden, systematisch zu exportieren. PMI fördert Infrastrukturen und Personal, um wissenschaftliche Defizitbereiche zu optimieren. Die Zusammenarbeit wird exemplarisch durch „clinical demonstrators“ (Detailanalyse von Interventionen am Menschen) und „target innovations“ (präklinische Validierung) illustriert, die die Kultur der inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit widerspiegeln. Die erhebliche wissenschaftliche Produktivität wird regelhaft durch zusätzliche Drittmittel finanziert, deren Einwerbung nur durch die kritische Masse und den gemeinsamen Zugang zu Bioproben, Modellsystemen und Technologien ermöglicht wird. PMI hat die klinische Forschungslandschaft in beiden medizinischen Fakultäten revolutioniert. Ein hoch spezialisiertes Forschungsdatenmanagement verbindet den klinischen und den Forschungsbereich, einschließlich Biobanken. Andere Fächer nutzen PMI-Strukturen, um eigene Präzisionsmedizin-Agenden voranzutreiben. PMI wird seine Systematik vertiefen, indem eine hochauflösende klinische Phänotypisierung einführt wird, Forschungsergebnisse in die Patientenversorgung integriert werden, der „broad consent“ weiterentwickelt und KI für die personalisierte Führung von Patienten eingesetzt wird. Für PMI ist Nachwuchsförderung zentral wichtig und das von PMI ins Leben gerufene Clinician Scientist-Programm wird mit Mitteln der Universitäten und des Landes signifikant expandiert. Eine neue Governance-Struktur für klinische Forschung (PHSH) wird von Spitzenforschern geleitet, die alle drei Jahre in einem extern begutachteten Wettbewerb selektiert werden und die als Teil der Ausstattung Mittel zur Schaffung zusätzlicher W1/W2 Professuren für die nächste Generation klinischer Forscher erhalten.
DFG-Verfahren Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Mitantragstellende Institution Universität zu Lübeck
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler Professorin Dr. Zeynep Altintas; Professorin Dr. Petra Bacher; Professor Dr. John F. Baines; Professor Dr. Björn Bergh; Professor David Ellinghaus, Ph.D.; Professor Dr. Andre Franke; Professorin Dr. Evelyn Gaffal; Professor Dr. Mathieu Groussin; Professor Dr. Jan Heyckendorf; Professor Dr. Markus Hoffmann; Professor Dr. Robert Alexander Huber; Professorin Dr. Sabrina Jabs; Professorin Dr. Henriette Kirchner; Professorin Dr. Inke Regina Koenig; Professor Dr. Matthias Laudes; Professor Dr. Manuel Liebeke; Professorin Dr. Silke Meiners; Professor Dr. Stefan Niemann; Professorin Dr. Mathilde Poyet; Professorin Dr. Gabriela Riemekasten; Professor Philip Caspar Rosenstiel, Ph.D.; Professor Dr. Malte Spielmann; Professor Dr. Stephan Weidinger; Professor Dr. Elmar Wolf
 
 

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