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EXC 2177:  Hearing4all.connects: Innovative Technologien für die Hörgesundheit – vom Ohr zum Gehirn zur Gesellschaft

Fachliche Zuordnung Systemtechnik
Elektrotechnik und Informationstechnik
Mechanik und Konstruktiver Maschinenbau
Medizin
Neurowissenschaften
Psychologie
Förderung Förderung seit 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 390895286
 
Hörverlust ist die häufigste Sinnesstörung und beeinträchtigt Kommunikation, Kognition, Hirngesundheit, soziale Teilhabe und Lebensqualität. Als führendes interdisziplinäres Konsortium haben wir in vorangegangen Förderphasen die Auswirkungen von Hörverlust untersucht und innovative biomedizinische sowie technische Lösungen für eine personalisierte Hörversorgung entwickelt. Obwohl der Cluster bedeutende Fortschritte bei der Behandlung von Hörverlust erzielt hat, kann keine der Lösungen den Reichtum natürlichen Hörens wiederherstellen. Dies liegt daran, dass die Zusammenhänge zwischen molekularen Mechanismen und Hörprofilen noch unzureichend verstanden sind, was für kausale Therapien entscheidend ist. Zudem fehlen transformative technologische Ansätze in der Weiterentwicklung von Hörhilfen. Angesichts jüngster Fortschritte in den Bereichen Genetik, Datenwissenschaft, KI und Gesundheitstechnologie haben wir jetzt die einzigartige Möglichkeit, dies zu verändern. Der Cluster hat das Ziel, erstens, den Zusammenhang zwischen molekularen Mustern und Hörprofilen über die Lebensspanne zu entschlüsseln, um kausale Therapien zu ermöglichen. Zweitens werden wir generative KI nutzen, um neue Algorithmen zur Klangverarbeitung zu entwickeln und so Hörhilfen entscheidend zu verbessern. Das verbinden wir mit Neuromodulation als zukunftsweisende Behandlungsoption. Drittens werden wir wissens- und datengetriebene Analysemethoden kombinieren, um die Vielschichtigkeit von Hörstörungen aufzudecken. Dafür entwickeln wir eine neue, offene Datenbank für Audiologie, die eine bisher unerreichte Genauigkeit bei der Charakterisierung und Behandlung von Hörstörungen ermöglicht und Vorbild für andere Disziplinen sein könnte. Viertens, nutzen wir, um negativen Auswirkungen des Hörverlusts auf Kognition und Hirngesundheit vorzubeugen, unsere Expertise in der Ohr-Sensorik und entwickeln das Hörgerät zur Gesundheitszentrale am Ohr weiter. Diese soll Vitalzeichen aufzeichnen und Echtzeit-Feedback für frühzeitige Interventionen bieten. Fünftens werden wir unsere Untersuchungen vom Labor in alltagsrelevante Situationen verlagern, um soziale Interaktion, Hirngesundheit und Kommunikation objektiv zu erfassen, da diese Bereiche noch immer blinde Flecken in der Hörversorgung darstellen. Die ambitionierte Forschungsagenda wird durch die Partnerschaft von drei Universitäten und führenden Hörsystem-Firmen getragen und schlägt ein neues Kapitel der Hörforschung auf. Unser einzigartiges Ökosystem bietet ideale Bedingungen für Forschende an der Schnittstelle von Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Zur Karriereentwicklung werden wir Internationalisierung, Vielfalt und frühzeitige Unabhängigkeit der Forschenden fördern. Hearing4all.connects wird ein Motor für internationale Spitzenforschung in der Audiologie sein, weltweit Innovation durch offene Daten-, Software- und Hardware-Plattformen forcieren und so neue Wege finden, um die globale Herausforderung des Hörverlusts zu bewältigen.
DFG-Verfahren Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
 
 

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