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Treponemen in wildlebenden Hasenartigen: Genetische Diversität und Verwandtschaft zum humanpathogenen T. pallidum

Fachliche Zuordnung Parasitologie und Biologie der Erreger tropischer Infektionskrankheiten
Tiermedizin
Förderung Förderung von 2018 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 391166847
 
Bakterien der Gattung Treponema sind bekannte Human- und Tierpathogene. Während das human- und affeninfizierende T. pallidum Bakterium seit Jahrzehnten intensiver Forschung unterliegt, gibt es nur wenige Informationen über die Diversität, klinische Relevanz und dem Vorkommen von Treponemen (T. paraluisleporidarum ecovar Cuniculus (TPeCuniculus) und ecovar Lepus (TPeLepus)) als natürliche Infektion in wildlebenden Hasenartigen (Lagomorpha). Die Infektion scheint in Europa nichts desto trotz weit verbreitet zu sein. Ähnlich der Syphiliserkrankung des Menschen, ist die Treponemenerkrankung der Lagomorphen typischerweise sexuell übertagbar. Infizierte Tiere zeigen Erytheme und Ödeme im Anogenitalbereich, die im weiteren Verlauf zu Hautulzerationen und krustigen Veränderungen führen können. Obwohl die Treponemen der Kaninchen nicht humanpathogen sind, zeigen die doch eine mehr als 98%-ige Ähnlichkeit auf Ebene des Genoms zu dem Syphilisbakterium des Menschen. Aus diesem Grunde sind Arbeiten über Treponemen, die Kaninchen und Hasen infizieren, nicht nur interessant um den Tiererreger besser zu charakterisieren. Sie liefern auch wertvolle Hilfe, die Evolution und Biologie des humanen Syphilis- und Frambösiebakteriums zu verstehen. Drei Hauptziele werden durch die Studie verfolgt i) Erhebung von Daten zur Seroprävalenz bei Hasenartigen, die in der Tschechischen Republik und Deutschland, sowie anderen Gebieten Europas gefangen wurden, ii) Analyse der genetischen Diversität von TPeCuniculus und TPeLepus Isolaten, vor allem in Beziehung zur Anpassung an den Wirtsorganismus, und iii) die vollständige genomische Analyse der vermeintlich evolutionär älteren TPeLepus Stämme. Zusammenfassend planen wir mehr als 2.000 Proben von hauptsächlich europäischen Tieren serologisch auf eine Infektion zu testen und darauf basierend, von einer Anzahl der Tiere Treponemen DNA zu isolieren. Wir erwarten, dass etwa 90 DNA Proben zur weiteren Charakterisierung zusammenkommen, die mittels Multi-Locus Strain Typing zu einer weiteren Auswahl an mehr als ein Dutzend neuer sequenzierter Treponemen der Lagomorphen führen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Tschechische Republik
Partnerorganisation Czech Science Foundation
Kooperationspartner Professor Dr. David Smajs
 
 

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