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Funktion und Relevanz der Theorie-Reihe des Suhrkamp Verlages im intellektuellen Diskurs der 60er und 70er Jahre

Fachliche Zuordnung Publizistik und Kommunikationswissenschaft
Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung von 2017 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 392069939
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die wesentlichen Erträge des Forschungsprojekts lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen: Die Theorie-Reihe hatte schon kurz nach ihrer Gründung und Realisierung einen Vorbildcharakter, auch und gerade für die später ins Leben gerufenen Studienbuch-Reihen durch andere Verlage (exemplarisch Fischer-Athenäum Taschenbuch). Für den Suhrkamp Verlag der Gründerjahre unter der Leitung von Siegfried Unseld war das kulturelle Kapital der Reihe mit den prominenten Herausgebern unterschiedlicher philosophischer Richtungen und den exquisiten Titeln (vielfach Übersetzungen) von primärer Bedeutung. Ökonomisch-kaufmännische Faktoren der Programmgestaltung hat der Verleger erst nach einer längeren Lauf- und Probezeit und einer fortgesetzten Stagnation der Verkäufe ins Spiel gebracht. Unselds privilegierte Behandlung der Herausgeber, an deren Sitzungen der Verleger meist teilnahm, geht darauf zurück, dass er auf ‚seine‘ Professoren stolz war und der von vorneherein die richtige Einschätzung hatte, dass sich die Theorie-Reihe als Zugpferd rentieren würde. Die Theorie-Reihe wirkte als Trojaner für die ganze Programmpolitik im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften des Suhrkamp Verlages. Der Nimbus der Theorie-Reihe, mit der, wie sich gezeigt hat, der Verlag Wissenschaftsgeschichte geschrieben hat, geht zurück auf die frühe, noch von Peter Suhrkamp initiierte Ergänzung des bedeutenden literarischen Programms des Verlages durch philosophische Titel etwa von T. W. Adorno und Walter Benjamin. Es hat sich (entgegen der Arbeitshypothese) herausgestellt, dass keine eindeutigen, von allen akzeptierte und zur Geltung gebrachte Kriterien für die Aufnahme von Titeln in die Reihe seitens der Herausgeber gab. Mit der Theorie-Reihe konnte der Suhrkamp Verlag über die Jahre die Hegemonie über den wissenschaftlichen Taschenbuch-Markt und das akademische Feld erlangen. Es ließ sich feststellen und belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen der von den Herausgebern betriebenen Programmpolitik und ihrem akademischen Bildungsauftrag gab. Die ausgewerteten Dokumente und Korrespondenzen sowie Gespräch geben zu erkennen, dass es gelegentlich Konflikte hinsichtlich der Entscheidungsfindung bezüglich Autoren und Titel gab. Bei den Konfliktlösungen hat der Lektor Karl Markus Michel eine schlichtende Rolle gespielt. Die gestaltende und bestimmende Roll von Karl Markus Michel wir die die Forschungsergebnisse bestätigt. Michel hat mehr Titel zu verantworten als die Herausgeber zusammengenommen. Eine Deutungshoheit einzelner Herausgeber in Bezug auf die Programmpolitik ließ sich nicht bestätigen. Die Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass die Theorie-Reihe ein Kompromissprodukt war.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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