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Die Entwicklung nicht-kognitiver Fähigkeiten in Kindheit und Jugend: Die Rolle von Eltern, sozialer Umgebung und exogenen Shocks

Fachliche Zuordnung Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung von 2017 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 392529304
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Aktuelle Forschung verdeutlicht, dass nicht-kognitive Fähigkeiten starke Vorhersagekraft für zentrale Lebensergebnisse wie Bildungs- und beruflichen Erfolg oder Gesundheit besitzen. Trotz ihrer enormen Bedeutung ist aber weitgehend unerforscht, wie nicht-kognitive Fähigkeiten in Kindheit und Jugend entstehen. Hier setzt unser Projekt an. Die zugrundeliegende Definition nicht-kognitiver Fähigkeiten umfasst dabei sowohl Zeit-, Risiko- und soziale Präferenzen als auch Persönlichkeitseigenschaften, die wir mit incentivierten Experimenten und validierten Fragebogenmaßen messen. Die Kombination aus 4 Wellen Paneldaten zu den nicht-kognitiven Fähigkeiten 3.000 ganzer Familien und einem kontrolliert randomisierten Experiment ermöglicht es, innovative deskriptive und kausale Evidenz zur Rolle von Investitionen für die Herausbildung von nicht-kognitiven Fähigkeiten im Alter von 6 bis 18 Jahren bereitzustellen. Kinder aus 135 Grundschulen in Bangladesch wurden zufällig der Teilnahme am Programm Lions Quest (LQ) zugeordnet, das darauf abzielt, ihre nicht-kognitiven Fähigkeiten zu fördern. Auf der Grundlage des Modells zur Entstehung von Fähigkeiten von Heckman und Koautoren haben wir u.a. folgende Forschungsergebnisse gewonnen: Die Teilnahme an LQ erhöht neben dem Lernerfolg auch die Selbstkontrolle und Prosozialität der Kinder. Das Alter von 7-9 stellt eine sensitive Periode für die Entwicklung von Selbstkontrolle und Geduld dar, während Prosozialität über die gesamte Grundschulzeit hinweg in ähnlichem Ausmaß formbar ist. Die Paneldatenanalyse erlaubt es, jenseits der bisherigen Querschnittsanalysen die dynamische Entwicklung der Präferenzen von Kindern auf individueller Ebene zu untersuchen. So stellen wir erste Evidenz zur Selbstproduktivität und gegenseitigen Förderung von ökonomischen Präferenzen der Kinder bereit. Wir zeigen, dass die mentale Gesundheit der Eltern, ihr Erziehungsstil und ihre Investitionen in ihre Kinder wichtige Ursachen für deren unterschiedliche Präferenzentwicklung sind. Mit Hilfe eines neuen experimentellen Maßes für elterlichen Paternalismus dokumentieren wir, dass die Mehrheit der Eltern in die intertemporalen Entscheidungen ihrer Kinder eingreift, um deren Gegenwartsverzerrung (effektiv) abzumildern. Wir zeigen außerdem, wie wichtig die lokale Umgebung jenseits der Familie für die Präferenzentwicklung der Kinder ist. Negative Shocks wie Naturkatastrophen können das typische Entwicklungsmuster einer mit dem Alter zunehmenden Geduld ins Gegenteil verkehren. Empirische Modelle, die räumliche Komponenten berücksichtigen, erklären einen großen Anteil der bisher unerklärten Variation in den Präferenzen der Kinder. Die neuen Einsichten unseres Forschungsprogramms bringen nicht nur die Grundlagenforschung zur Entstehung nichtkognitiver Fähigkeiten entscheidend voran, sondern bieten auch Eltern, Lehrern und Politikern Hilfestellung, wie sie die Entwicklung nicht-kognitiver Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen unterstützen können.

Link zum Abschlussbericht

https://hdl.handle.net/10419/321337

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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