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Die Steinartefakte der altpaläolithischen Fundstelle "Bunker" in Stuttgart-Bad Cannstatt

Antragstellerin Dr. Berrin Cep
Fachliche Zuordnung Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Förderung Förderung von 2018 bis 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 392618095
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die mittelpleistozäne Fundstelle „Bunker“ bei Stuttgart/Bad Cannstatt gehört mit einem mutmaßlichen Alter von ungefähr 300 000 v. h. (MIS 9) zu den ältesten Fundstellen Mittel- und Osteuropas, die eine aussagekräftige Fundmenge enthielten. Die Steinartefakte wurden erstmals detailliert untersucht. Ziel des Projektes war, einen Beitrag zur Frage der Ursachen der Variabilität der altpaläolithischen Inventare und der verhältnismäßig späten Besiedelung dieser Region zu leisten. Bis auf die Abwesenheit von Faustkeilen unterscheidet sich das Steingeräteinventar des Bunkers von andere ungefähr zeitgleichen Fundstellen Mitteleuropas. So spielt die Abschlagproduktion, die an einfachen oder komplexeren Kernen erfolgt, eine größere Rolle am Bunker. Ebenso ist die Anwesenheit von Geröllgeräten ein Alleinstellungsmerkmal des Bunkers. Eine besondere Form der Geröllgeräte, die als Faustkeilersatz interpretiert werden kann und die werkzeugspezifische Nutzung von Rohmaterialien lassen auf funktionale Gründe für das individuelle Erscheinungsbild des Inventars des Bunkers und damit auf die Variabilität der Industrien schließen. Was die späte Besiedlung Mitteleuropas anbelangt, so lassen sich nur begrenzt Antworten allein anhand einer einzelnen Fundstelle finden. Jedoch sind die Fundplätze des späten Mittelpleistozäns dieser Region selten vorhanden oder erhalten. Auch sind manche, wie im Gebiet des Cannstatter Travertins noch nicht vollständig untersucht. Die Aufarbeitung dieser könnte mehr Klarheit hinsichtlich dieser Frage schaffen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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