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Entwicklung eines thermodynamischen Modells zur Beschreibung von Wechselwirkungen zwischen Spurenelementen und organischen Stoffen im Ozean.

Fachliche Zuordnung Physik, Chemie und Biologie des Meeres
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 393829236
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Spurenelemente können die Produktivität im Ozean begrenzen und damit die Menge an Kohlendioxid beeinflussen, die das marine Phytoplankton aus der Atmosphäre entfernt. Das kritischste Spurenelement für das Phytoplanktonwachstum ist Eisen, das die Produktivität in etwa 30 % der Weltmeere begrenzt. Eisen wird in vielen biogeochemischen Modellen und einigen Klimamodellen als limitierender Nährstoff berücksichtigt, um seinen Einfluss auf die Auswirkungen von Kohlendioxid auf das Klima der Erde zu berücksichtigen. Die Einbeziehung von Eisen in biogeochemische und Klimamodelle muss durch ein grundlegendes Verständnis der Chemie des Eisens im Meerwasser untermauert werden, da die Eisenchemie durch den pH-Wert des Ozeans, die Temperatur und gelöste organische Stoffe (DOM) beeinflusst wird. Es ist bekannt, dass organische Stoffe einen großen Einfluss auf die Eisenchemie haben, aber die Wechselwirkungen mit Eisen werden in der Regel auf eine vereinfachte, empirische Weise beschrieben, die nicht mit den intrinsischen chemischen Eigenschaften von DOM oder Eisen verbunden ist. In diesem Projekt untersuchten wir die intrinsischen Säure-Basen-Eigenschaften von DOM durch Anwendung des Modells der „non-ideal competitive adsorption“ (NICA). Wir bestimmten Protonenbindungsparameter für DOM, das aus Brackwasser der Ostsee und offenen Meeresgewässern des Nordatlantiks entnommen wurde. Zusammen mit diesen Parametern haben wir die molekularen und elementaren Eigenschaften von marinem DOM bestimmt. Wir fanden heraus, dass die NICA-Parameter von DOM mit Veränderungen der elementaren und molekularen Eigenschaften in Verbindung gebracht werden konnten. Des Weiteren wendeten wir das NICA-Donnan-Modell an, um das Kohlenstoff-Spurenmetall-Verhältnis im Amazonas-Plume zu bestimmen. Wir fanden heraus, dass die ermittelten Verhältnisse mit den Verhältnissen übereinstimmten, die bei der Analyse von extrahiertem DOM mit Hochleistungsflüssigkeitschromatographie - Elektrospray-Ionisation/induktiv gekoppelter Massenspektrometrie beobachtet wurden. Die Anwendung des NICA-Modells zur Interpretation der chemischen Eigenschaften von Spurenmetallen (einschließlich Eisen) im Meerwasser verbesserte unsere Fähigkeit, die Biogeochemie der Metalle im Amazonas-Plume mit ihren grundlegenden chemischen Eigenschaften zu verknüpfen, die durch ihre Position im Periodensystem der Elemente bestimmt werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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