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Gebrauchsbasierte Phraseologie des Italienischen (GEPHRI)

Fachliche Zuordnung Einzelsprachwissenschaften, Historische Linguistik
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung Förderung von 2018 bis 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 398306818
 
Ziel des Projekts GEPHRI (Gebrauchsbasierte Phraseologie des Italienischen) ist die Anwen-dung konstruktionsgrammatischer Prinzipien (bes. ganzheitliche Beschreibung der Form- und Inhaltsseite, Korpusbasiertheit) auf die italienische Phraseologie in Form einer lexikographi-schen Plattform für Deutschsprachige (bes. fortgeschrittene Fremd- und Zweitsprachenlerner (L2)). Theoretische Grundlage sind neben der CxG Fillmores Semantics of understanding und Framesemantik, und zwar insofern, als die Beschreibung des verstehensrelevanten Wissens (hier) von Idiomen, welches sich nur aus dem Verwendungskontext erschließen lassen kann, unabdingbar für deren aktive Beherrschung ist. Da Idiome, ebenso wie Lexeme, Teile von größeren Wissenszusammenhängen sind und syntaktisch, semantisch-pragmatisch, z.T. auch diskursfunktional, durch Idiosynkrasie gekennzeichnet sind, werden die charakteristischen sprachlichen Elemente, die mit diesen Idiomen in paradigmatischer oder syntagmatischer Beziehung stehen, auf der Basis italienischer Korpora in einem Wissensformat, welches PhraseoFrame genannt wird, beschrieben – mit besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse von L2-Lernern. Die Aufteilung der Beschreibungskategorien in einen Basis- und einen Detailmodus soll die Möglichkeit einräumen, Komplexität und Umfang der Wissensrepräsentation selbst bestimmen zu können. Lexikographischer Ausgangspunkt werden die 500 häufigsten und geläufigsten Idiome aus dem Bestand von Quartu/Rossi 2012 sein, die in der Vorphase des Projekts (seit 2014 als „Lernerplattform Italienisch“) ermittelt werden. Die (insgesamt 600) Idiome werden primär für ein deutschsprachiges Publikum bearbeitet, sollen jedoch mittels Übersetzung der Metatexte ins Italienische, die ebenfalls Teil des Projekts sein soll, auch ein italophones bzw. internationales Publikum erreichen, vor allem aber auch L2-Lernern die Vorteile einer zweisprachigen Beschreibung bieten. Durch die Zuordnung der Idiome zu semantischen Feldern wie ‚Gleichgültigkeit‘‚ ‚Wut‘, ‚Kleinlichkeit‘ werden die Idiome in kognitive Netze eingebettet, die Verknüpfungen zwischen den Phrasemen beinhalten und die begrifflich assoziierten Lexeme mit angeben. Auf der Basis von 4 Referenzkorpora werden die Besonderheiten eines jeden Idioms gemäß den 3 formalen und inhaltlichen Beschreibungsebenen (Croft 2001) so beschrieben, dass L2-Benutzer (und nicht nur diese) einen maximalen Nutzen daraus ziehen können. Die empirische Untersuchung der Idiome fördert oft Informationen zu Gebrauch, Bedeutung und Form zu Tage, die in den gängigen Wörterbüchern nicht dokumentiert sind, die jedoch aus Sicht eines Lerners von entscheidender Bedeutung sind. Diese Informationen werden stets mit typischen Beispielsätzen unterlegt und dem Nutzer somit auf verständliche Weise vermittelt. Das digitale Endprodukt wird alphabetisch nach den Suchwörtern der Idiome geordnet sein, die Gliederung kann jedoch auch nach semantischen Feldern und anderen Informationstypen angezeigt werden.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Italien
Kooperationspartnerin Professorin Dr. Sibilla Cantarini
 
 

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