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Implizites Wissen: Eine dispositionalistische Theorie

Antragsteller Dr. Lars Dänzer
Fachliche Zuordnung Theoretische Philosophie
Förderung Förderung von 2018 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 398591551
 
Der Begriff von implizitem, d.h. nicht bewusst zugänglichem, Wissen spielt eine zentrale Rolle in den Grundlagen der Linguistik sowie in verschiedenen Bereichen von Philosophie und Psychologie. Die etablierten Theorien von implizitem Wissen, entwickelt in den 1970er und 1980er Jahren, koppeln den Begriff an spezifische Annahmen bezüglich subpersonaler kognitiver Organisation. Verschiedenen Entwicklungen in Philosophie und Kognitionswissenschaften ziehen diese Theorien aber in Zweifel. Ziele des Projektes ist es, die Theoriebildung zur Natur von implizitem Wissen auf einen aktuellen Stand zu bringen, indem es eine neue und befriedigendere Theorie von implizitem Wissen motiviert, entwickelt und verteidigt. Um dieses Ziel zu erreichen, greift das Projekt zwei wichtige Strömungen in der neueren Literatur auf und führt diese zusammen. (i) Die vorgeschlagene Theorie von implizitem Wissen beruht auf dispositionalistischen Theorien von Überzeugungen und knüpft implizites Wissen damit lediglich an den Besitz der richtigen Dispositionen, im Gegensatz zu spezifischen Annahmen über die subpersonale Organisation, die diesen Dispositionen zugrunde liegt. Während lange Zeit die Meinung vorherrschend war, dass dispositionalistische Theorien von mentalen Zuständen vernichtenden Einwänden ausgesetzt sind, haben neuere Entwicklungen in Metaphysik und Wissenschaftstheorie dieser Einschätzung den Boden entzogen. (ii) Um die charakteristischen Unterschiede zwischen implizitem Wissen einerseits und paradigmatischen Überzeugungen andererseits einzufangen, greift das Projekt auf die Annahme zurück, dass der kognitive Gesamtzustand eines Subjekts als Sammlung von verschiedenen Aufgaben-indizierten Fragmente verstanden werden sollte, d.h. von Fragmenten, die das Subjekt im Hinblick bestimmte Aufgaben leiten. Das Projekt schließt damit an eine Welle von neuen Arbeiten an, die für die theoretische Fruchtbarkeit dieser Fragmentierungs-Annahme in Bezug auf verschiedene Bereiche der Philosophie argumentieren.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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