Das Aquädukt von Los Millares – Untersuchungen zur Wasserversorgung einer kupferzeitlichen Befestigung im Südosten der Iberischen Halbinsel
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Die im Südosten der Iberischen Halbinsel gelegene kupferzeitliche Befestigungsanlage von Los Millares, 15 km nördlich von Almería, wurde 1891 von Louis Siret entdeckt. Die von ihm beschriebene Wasserversorgung aus einer Quelle in ca. 1 km Entfernung von der Siedlung, eine zur Siedlung führende Wasserleitung und ein großes Wasserreservoir innerhalb der Siedlung, wurde nun erneut mittels geologischer, hydrogeologischer, archäologischer und insbesondere mittels archäometrischer Methoden untersucht und ergänzt. Dazu wurden alle bisherigen Befunde zur Wasserversorgung neu erfasst und in einer Zusammenschau mit den neuen Befunden dargestellt. 230Th/U-Untersuchungen an Calciumkarbonatablagerungen innerhalb der Befestigung erbrachten den archäometrischen Nachweis einer undichten Wasserleitung aus der zwischen 3.541 v. Chr. (+/- 92 Jahre) und 2.591 v. Chr. (+/- 22 Jahre), also in der frühen und mittleren Kupferzeit. Darin floss Wasser oder tropfte zumindest stetig. Der Standort der von L. Siret gezeichneten Quelle konnte nicht verifiziert werden. An anderer Stelle in einer an die Hochebene von Los Millares angrenzenden Schlucht (ca. 400 m von dem von L. Siret beschriebenen Quellstandort entfernt) wurden jedoch Sinterproben entnommen, die sich während des Bestehens oder kurz nach dem Auflassen der Befestigungsanlage gebildet haben. Die Lage der heute nicht mehr existierenden Quelle wird einige Meter südwestlich von dieser Probenahmestelle in einem stark gestörten Bereich vermutet. Es konnte jedoch eindeutig nachgewiesen werden, dass diese Quelle das Aquädukt von Los Millares speiste. Durch U- und Sr-Isotopenanalysen von Grundwasserproben im Einzugsgebiet sowie von den Sinterablagerungen des Aquäduktfundaments, erbrachten den Nachweis für ein Gemisch aus Thermalwasser und oberflächennahem Grundwasser, das in das Aquädukt geflossen war. Dies ließ die Vermutung zu, dass sich so klimatische Schwankungen in der frühen und mittleren Kupferzeit nachweisen lassen, da der Thermalwasseranteil in der Quelle in Trockenzeiten größer gewesen sein muss. Außerdem wurden der Wasserbedarf und die Wasserwirtschaft der Siedlung beschrieben. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stand die Frage, wie viele Einwohner in Los Millares mit Trinkund Brauchwasser in Krisenzeiten versorgt werden konnten.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Isotopenuntersuchungen an der Wasserversorgungsanlage einer kupferzeitlichen Siedlung in Südostspanien, in: G. Teutsch – A. Musolff – R. Kaufmann-Knoke – L. Jakobs (Hrsg.), Fachsektion Hydrogeologie in der DGGV e.V., Schriftenreihe 2, Tagungsband 2020 „Grundwasser und Flusseinzugsgebiete – Prozesse, Daten und Modelle“ 251 f.
A. E. Jakowski, A. Schröder-Ritzrau, N. Frank & J. M. Alonso Blanco
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El acueducto de Los Millares: descripción y nuevas investigaciones. Cuadernos de Prehistoria y Arqueología de la Universidad de Granada, 31, 255-284.
Jakowski, Anorte Elisabeth; Schröder-Ritzrau, Andrea; Frank, Norbert & Alsonso, Blanco José Miguel
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Wasserversorgung im 4. und 3. Jt. v. Chr. in Andalusien: Der Aquädukt von Los Millares und erste Untersuchungen zu Klimaschwankungen in der Kupferzeit, Madrider Mitteilungen 62.
A. E. Jakowski
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Los Millares – Water Supply and Water Management of a Copper Age Fortification in Andalusia, in: Brandherm, D. – Zimmermann, T. (Hrsg.), Proc. Metalages 2022, 13.-16.10.22, Ankara.
A. E. Jakowski
