Detailseite
Projekt Druckansicht

Einfluss der Meeresversauerung auf die chemische Kommunikation in epiphytischen Gemeinschaften

Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Förderung Förderung von 2018 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 403643647
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Meeresversauerung (engl. „ocean acidification“, kurz: OA), ausgelöst durch die vermehrte Lösung atmosphärischen CO2 im Meerwasser, ist eine erhebliche Bedrohung mariner Ökosysteme. Es ist aber bisher unzureichend verstanden, wie die OA chemische Kommunikation, insbesondere in Bezug auf die Habitat- und Nahrungsfindung benthischer wirbelloser Tiere beeinflusst. Dieses Projekt baut einerseits auf eine bereits etablierte Kooperation mit Meeresökologen der Zoologischen Station „Anton Dohrn“ in Neapel (SZN), und andererseits auf das „natürliche Labor“ der SZN auf Ischia auf, wo vulkanische CO2-Quellen am Meeresboden dazu führen, dass die dortigen Seegraswiesen bereits heute OA-Bedingungen erfahren, die global für die Zukunft vorhergesagt werden. Es wurde untersucht, wie sich die OA auf die chemische Kommunikation zwischen Primärproduzenten und benthischen Wirbellosen der Seegraswiesen-Gemeinschaften auswirkt. Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass flüchtige organische Verbindungen (engl. „volatile organic compounds”, kurz: VOC) als wichtige Signalstoffe in diesen Seegraswiesen fungieren. In diesem Projekt wurden drei wichtige Aspekte der chemischen Kommunikation im Kontext der OA weiter aufgeklärt: 1) Es wurde gezeigt, wie sich OA auf die VOC-Produktion von Seegras und Algen auswirkt. 2) OA-abhängige VOC Bouquets wurden von Reinkulturen mariner Algen gewonnen und deren Effekte auf das Verhalten mariner Wirbelloser demonstriert. 3) Das Projekt trieb die Identifikation der Signalsubstanz voran, die für die Geschlechtsumkehr der Garnelengattung Hippolyte aus diesen Seegrashabitaten verantwortlich ist. Letztlich konnten zwei der drei Projektziele vollständig erfüllt werden, beim dritten Ziel wurden substantielle methodische Fortschritte erzielt. Hier wurde eine Kandidatensubstanz für den geschlechtsverändernden Metaboliten identifiziert. Insgesamt ergab das Projekt maßgebliche Fortschritte in unserem Verständnis chemischer Kommunikationsmechanismen in marinen Ökosystemen und davon wie der globale Wandel (hier: OA) diese fein austarierten ökologischen Steuermechanismen gefährden kann.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung