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Die Dynamik der Signalgebung in neuronalen Populationen im Zuge des Stroms von Wahrnehmungsereignissen.

Fachliche Zuordnung Kognitive, systemische und Verhaltensneurobiologie
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 406679869
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Wenn wir auf einer belebten Straße gegen den Strom der Menschen laufen und versuchen, jemanden zu finden, mit dem wir uns verabredet haben, sehen wir uns einer Welt dynamisch wechselnder visueller Eindrücke gegenüber. Wir müssen um Straßenmöbel und Menschen herumnavigieren, während wir gleichzeitig Gesichter scannen, um die gesuchte Person zu erkennen. Diese zeitliche Dynamik und die Notwendigkeit, Informationen zu integrieren, die in verschiedenen visuellen Domänen und Arealen kodiert sind, stellen eine der nächsten großen Herausforderungen für die systemischen Neurowissenschaften dar. Mein Heisenberg-Forschungsprogramm untersuchte, wie Neuronen dynamisch interagieren, um solche Wahrnehmungsentscheidungsprozesse im Primatengehirn zu formen. Dabei wurden neurophysiologische Ableitungen, hochauflösende MRT und detaillierte Analysen der zentralen neuroanatomischen und funktionellen neuronalen Schaltkreise im visuellen und parietalen Kortex eingesetzt. In Projekt 1, der DFG-Sachbeihilfe, konnten wir zeigen, wie die Signaldynamik die Wahrnehmungswahlsignale und die Wahrnehmungsstabilität bei 3D-Bewegungen beeinflusst. Außerdem konnten wir aus den neuronalen Signalmustern über verschiedene Versuche hinweg die kognitive Strategie der Affen für zukünftig anstehende Entscheidungen entschlüsseln. Mit Hilfe neuroinformatischer Ansätze konnten wir zeigen, dass sich die Verarbeitung von Bewegungs- und 3D-Tiefenbeurteilungen grundlegend unterscheidet. Wir charakterisierten auch die zugrunde liegende funktionelle und strukturelle Konnektivität zwischen V5/MT und dem sensomotorischen Areal LIP im parietalen Kortex sowie deren Interaktionen. Im Rahmen des erweiterten Heisenberg-Programms haben wir einen Set-up für strukturelle und funktionelle hochauflösende MRT bei 7T mit Rhesusaffen und für fokussierte Ultraschallstimulation aufgebaut. Ein wichtiges Ergebnis ist der Nachweis der korrekten strukturellen Segmentierung eines kortikalen Bereichs bei Primaten mit nicht-invasiver Diffusions-MRT. Eine Methode, die wir derzeit auf ADHS-Patienten übertragen, um präzise Ziele für die Hirnstimulation bei Einzelpersonen zu bestimmen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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