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Die Reorganisation der öffentlichen Erziehung: Zur (Neu-)Verortung international ausgerichteter Privatschulen in lokalen Bildungssystemen am Beispiel zweier ‚global cities‘

Antragstellerin Dr. Tomoko Kojima
Fachliche Zuordnung Bildungssysteme und Bildungsinstitutionen
Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 411018936
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die international vergleichende, qualitative Untersuchung ging der Frage nach, ob und wie Privatschulen mit internationalen Profilen unter dem Aspekt der Globalisierung und des Wandels der Staatlichkeit gegenwärtig eine Veränderung in der Organisationsweise der lokalen öffentlichen Bildung bewirken. Untersucht wurden der gegenwärtige Stand der unterschiedlich konstituierten, international ausgerichteten Privatschulen und deren Stellung in der lokalen Bildungsorganisation in den Kontexten zweier Global Cities, Frankfurt/Rhein-Main und Tokyo. Nach der qualitativen Auswertung von Sekundärmaterialien wie Bildungsstatistiken und Dokumenten zur jeweiligen lokalen Bildungspolitik sowie von Experteninterviews mit den öffentlichen Bildungsverwaltungen und ausgewählten Privatschulen, sind neben substantiellen Unterschieden sowie der unterschiedlichen Intensität der Bedeutungszunahme je nach Region und Schulform, insgesamt gemeinsame Tendenzen in der strukturellen Verschiebung der Bildungsorganisation theoriegeleitet erkennbar: Einerseits lassen sich Ausdifferenzierungs- und Distinktionsmotive der international ausgerichteten Privatschulen gegenüber den lokalen öffentlichen Bildungsangeboten beobachten. Vor allem durch ihre ökonomischen Kalküle oder auch ihre alternativen, auf Individualität und freiheitliches Gedankengut ausgerichteten Profilbildungen wird formal eine Grenze zu den öffentlichen Schulen gezogen. Andererseits findet sich die Identifikation international ausgerichteter Privatschulen mit den lokalen Schulsystemen in ihrem Umgang mit den einheimischen Adressat*innen, in ihrer Anschlussfähigkeit oder in ihren Interdependenzverhältnissen zu den lokalen Bildungsorganisationen. Über die Fallstudie lassen sich, unter Beachtung der Governance-Perspektive sowie der systemtheoretischen Diskussionen zu Inklusion und Exklusion, trotz des Vorhandenseins der vom Staat gelenkten vertikalen Steuerungspraktiken in den beiden Regionen semantisch nun mehr eine dezentrale Struktur und eine Grenzauflösung zwischen bzw. eine Hybridität von nationalen und nicht-nationalen, öffentlich staatlichen und privaten Bildungsinstanzen, sowie eine sukzessive Diffusion ökonomischer Elemente in die lokalen Bildungssysteme beschreiben. Die exklusive Inklusion international ausgerichteter Privatschulen kann im lokalen Schulsystem dabei homogene Konstruktionen und exklusionsfördernde Momente begünstigen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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