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Schlammvulkane im Kalabrischen Bogen: Interne Strukturen, Tiefe Quellregionen, und Aktivitäten (Expeditionen POS499, POS515, M112)

Fachliche Zuordnung Paläontologie
Physik des Erdkörpers
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 411262481
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Projekt CALVADOS wurde durch Kombination von Daten aus vier Forschungsexpeditionen erfolgreich Fragen zur Entwicklung von Schlammvulkanen (SV) im Kalabrischen Bogen (Italien) untersucht. Sedimentkernanalysen, schiffsgestützte meeresboden-Rückstreudaten, hochauflösende AUV-Kartierungen, akustische PARASOUND Sedimentecholot-Daten, sowie 2D- und 3D-Mehrkanalseismik und Weitwinkel-Ozean-Boden-Seismometer-Studien (OBS) lieferten Informationen, die eine Interpretation der Entwicklung der Schlammströme in den unterseeischen SVs Venere und Sartori ermöglichten. Die Kern- und seismo-akustischen Daten am Sartori SV zeigen, dass die Schlammextrusionsrate in den letzten 60 ka um drei Größenordnungen abnahm. Sartori SV befindet sich derzeit in einem ruhigen Stadium, obwohl geothermische Daten, AUV-Kartierungen und Porenwasseranalysen auf zwei Eruptionszentren, die aber auf wenig bis keine rezente Schlammextrusionen hinweisen. Reflexions-seismische und Weitwinkel-OBS Daten zeigen eine komplexe Geschichte des Venere SV. Die zuvor festgestellte jüngere (<4000 Jahre) Geschichte des Schlammvulkanismus wurde durch AUV-Kartierungen, Videoaufnahmen des Meeresbodens und Sedimentkernanalysen definiert. Die seismischen Daten am Venere SV zeigen stattdessen, dass die Doppelkegel eine jüngere Entwicklungsphase von Venere MV darstellen und dass der SV ursprünglich eine Region mit mindestens dem doppelten Durchmesser umfasste. Die ältere, ursprüngliche Struktur des Venere SV bestand wahrscheinlich aus einem breiten Schlammkuchen mit einem äußeren starren Rand, wie er z.B. auch beim Cetus SV zu sehen ist. Durch stetig abnehmende Extrusionsraten wurde die Originalstruktur allmählich mit Sedimenten überdeckt. In einer neuen aktiven und noch rezent anhaltenden Extrusionsphase wurden die alten Strukturen aufgebrochen und teilweise re-mobilisert, und führten zu dem heute sichtbaren Doppelkegel. Insgesamt zeigt der Venere SV keine weiträumigen Schlammflüße wie Sartori SV, was auf eine andere Zusammensetzung und Viskosität des extrudierten Materials schließen lässt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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