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Transnationale Bildungsdiskurse – Religion im Fokus
Antragstellerin
Dr. Zrinka Stimac
Fachliche Zuordnung
Religionswissenschaft und Judaistik
Förderung
Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 411557257
Im vorliegenden Projekt wurden bisher Analysen geplant und durchgeführt, die Religion im Bildungssegment der internationalen Organisationen bzw. der UNESCO, der OSZE/ODIHR und des Europarates (CoE) betrachten. Dabei interessieren die a) normativen Konzepte und b) die didaktischen Bildungsentwürfe, die mit verschiedenen Zielen verknüpft werden. Erstens die Rekonstruktion des neuen oder des neu definierten Tätigkeitsfeldes internationaler Organisationen, das jeweils ab einem bestimmten Zeitpunkt als neuer Arbeitsschwerpunkt der untersuchten Organisationen begründet wurde. Dabei interessiert es, welche Entwicklungen sich bei den untersuchten Organisationen im Hinblick auf die Wahrnehmung von Religion im Bildungssegment im diachronen Verlauf feststellen lassen. Zweitens wurde die Verwendung und die Veränderung des Religionsbegriffs in der Zeit sowie die Bandbreite thematisierter Religionen und Weltanschauungen seit 1950 zum großen Teil rekonstruiert. Da die Veränderung des Religionsbegriffs insbesondere bei der UNESCO mit der Veränderung des Kulturbegriffs zusammenfällt, wurde dieser ebenso herausgearbeitet. Dazu gehört auch die Verkürzung und Funktionalisierung der Religion in unterschiedlichen politischen Kontexten. Drittens wurden grundsätzliche Veränderungen im Rahmen der Bildungsarbeit herausgearbeitet, ebenso die Zugänge, die sich in den leitenden Dokumenten aller genannten Organisationen finden lassen. Dazu gehört nicht nur das oft genannte „teaching about religion“, sondern auch grundsätzliche didaktische Zugänge, die eine Verschränkung von Religion und schulischer Bildung im globalen Diskurs ermöglichen. Im aktuell beantragten Zeitraum von sechs Monaten werden a) zwei Feldaufenthalte in den Dokumentationsstellen der internationalen Organisationen unternommen, b) Interviews gemacht, transkribiert und analysiert, c) die Resultate der Interviewanalysen mit den bisherigen Resultaten verschränkt und d) neu gewonnene Resultate verschriftlicht. Mit diesem letzten Schritt geht das Projekt explizit auf die unterschiedlich gelagerten Spannungsverhältnisse und Fragen ein, die sich sowohl aus den theoretischen Grundlegungen als auch aus den qualitativen und quantitativen Daten ergeben, sich aber nicht daraus beantworten lassen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
