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Wert-gesteuerte crossmodale Aufmerksamkeit

Fachliche Zuordnung Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 411721317
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Dieses kollaborative Forschungsprojekt untersuchte die Dynamik der wertgesteuerte Aufmerksamkeit in verschiedenen Dimensionen: ihre Fähigkeit, zwischen sensorischen Modalitäten zu wechseln, die Verarbeitungsstufen, die sie beeinflusst, ihre Auswirkungen auf die Suchleistung, wenn wertbasierte Assoziationen auf irrelevanten Reizen liegen, das Zusammenspiel mit individuellen Präferenzen und ihre Interaktion mit den Aufmerksamkeitsnetzwerken des Gehirns. Untersuchungen enthüllten, dass wertgetreuerte Aufmerksamkeit sich über sensorische Modalitäten erstreckt. Studien mit visuell-taktilen Suchaufgaben fanden heraus, dass wertbasierte Aufmerksamkeit vorwiegend die späteren Stadien der Zielidentifikation beeinflusst. Diese Erkenntnis wurde durch Experimente gestützt, die zwischen den Such- und Identifikationsstadien innerhalb jeder Modalität unterschieden. Die Forschung untersuchte auch, wie Belohnungsassoziationen auf verschiedenen Ebenen gebildet werden können – Merkmal, Reaktion und Aufgabenset – mit Hinweisen darauf, dass sowohl merkmalsbasierte als auch aufgabenset-basierte Assoziationen machbar sind, vorausgesetzt, es besteht Kontinuität im Aufgabenset zwischen Trainings- und Testphasen. Studien beleuchteten zudem die Beziehung zwischen Belohnungsassoziation und individuellen Farbwert-Präferenzen, insbesondere mit den häufig verwendeten roten und grünen Reizen. Ergebnisse zeigten, dass individuelle Präferenzen für bestimmte Farbwert-Kombinationen die Suchleistung tendenziell verbessern, selbst wenn die bevorzugte Farbe als Ablenker erscheint. Dies deutet auf einen übergreifenden Erleichterungseffekt hin, der wahrscheinlich durch das allgemeine Alarmierungssystem des Gehirns vermittelt wird, das sowohl die Aufmerksamkeitsauswahl als auch die Zielverarbeitungsmechanismen verbessert. Weitere neurobildgebende Studien unter Einsatz von EEG- und fMRI-Techniken unterstrichen diese Befunde und zeigten, dass Ziele mit hoher Belohnung eine größere inhibitorische Kontrolle erfordern, um gesteigerte automatische Reaktionen zu kompensieren. Diese Hemmung betrifft kritische Bereiche des Gehirns, einschließlich des motorischen Kortex, des medialen Frontalkortex und des frontobasalen Gangliennetzwerks. Zusammen bieten diese Erkenntnisse einen umfassenden Überblick darüber, wie wertgesteuerte Aufmerksamkeit über sensorische Modalitäten und Verarbeitungsstufen hinweg operiert, ihre verhaltensbezogenen Implikationen und die zugrundeliegenden neuronalen Mechanismen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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