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Charakterisierung der Funktion von BATF in Entwicklung und Typ I IFN Produktion von plasmazytoiden Dendritischen Zellen in der antiviralen Immunantwort

Fachliche Zuordnung Immunologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 414000194
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Plasmazytoide dendritische Zellen (pDCs) können große Mengen von Typ-I-Interferonen (IFN) produzieren. Daher spielen pDCs eine wichtige und komplexe Rolle bei Infektionen, indem sie schützende Immunreaktionen vermitteln oder Immunpathologien verursachen. Die zellulären und molekularen Mechanismen, die der pDC-vermittelten Immunregulierung zugrunde liegen, sind nach wie vor nur unzureichend bekannt. Auf der Suche nach neuen molekularen Regulatoren von pDC-Funktionen, fanden wir heraus, dass der basic leucine zipper transcription factor ATF-like (BATF) in IFNβ-produzierenden pDCs hoch exprimiert ist, obwohl er bisher nicht mit der pDC-Differenzierung oder Funktion in Verbindung gebracht wurde. Um die Auswirkungen von BATF auf die Expression von Typ-I-IFN zu beurteilen, setzten wir Batf-defiziente Mäuse ein. Im Vergleich zu Wildtyp (WT) Kontrolltieren wiesen pDCs aus BATF-/- Mäusen nach CpG-Stimulation in vitro eine erhöhte Produktion von Typ-I-IFN sowohl auf mRNA- als auch auf Protein-Ebene auf. In vivo zeigten Batf-/- Mäuse im Vergleich zu WT- Tieren zu frühen Zeitpunkten nach CpG-Injektion oder LCMV-Infektion erhöhte Serumspiegel von Typ-I-IFN. Um die transkriptionellen und epigenetischen Unterschiede zwischen Batf+/+ und Batf-/- pDCs aufzuklären, wurde ein Multi-omics-Ansatz in Verbindung mit genomweiter BATF-ChIP-Sequenzierung eingesetzt. Dies ergab einen indirekten Wirkmechanismus der BATF-vermittelten IFN I-Regulierung und identifizierte den Zink-Finger-Transkriptionsfaktor DC-SCRIPT als neues BATF-Zielgen mit der Fähigkeit, die IFN I-Expression in pDCs direkt zu unterdrücken. Unsere Ergebnisse zeigen zum ersten Mal, dass BATF eine bisher nicht identifizierte Rolle bei der Regulierung von pDC-abhängigen Typ-I-IFN-Reaktionen spielt, indem es die Expression des Transkriptionsregulators DC-SCRIPT kontrolliert, der mit dem Transkriptionsfaktor IRF7 interagiert und dadurch dessen Transkriptionsaktivitäten unterdrückt. Darüber hinaus wiesen das Knochenmark und die sekundären lymphatischen Organe von Batf-/- im Vergleich zu Batf+/+ Mäusen eine erhöhte Frequenz von reifen pDCs und mehreren pDC-Vorläuferpopulationen auf. Umgekehrt bewirkte die Überexpression von Batf in der Hoxb8-Fl Vorläuferzelllinie eine Suppression der pDC-Differenzierung. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass BATF eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Entwicklungspotenzials von DC-Vorläuferzellen und der Aufrechterhaltung der Homöostase von DC-Subsets spielt, indem es die Expressionsniveaus von nachgeschalteten Transkriptionsfaktoren moduliert, die Lineage-Entscheidung von DCs kontrollieren. Diese Ergebnisse tragen wesentlich zu unserem Verständnis der molekularen Mechanismen der Entwicklung und Regulierung der Typ-I-IFN-Expression in pDCs bei und geben damit wichtige neue Aufschlüsse über die Steuerung antiinfektiöser Immunantworten und der Typ-I-IFN- vermittelten Autoimmunität.

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