Detailseite
Projekt Druckansicht

Heimat global

Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2018 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 414317568
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt entwickelte einen neuen Zugang zur Verbindung lokaler, nationaler wie globaler Identifikationsprozesse im 19. und 20. Jahrhundert. Ausgangspunkt bildeten die Forschungen zu „Heimat“ im deutschsprachigen Raum. Die Heimatbewegung dort stand in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Staatsbildungsprozess und der beginnenden Globalisierung. Kennzeichen solcher Bewegungen sind u.a. organisiertes Interesse an lokaler Geschichte und lokalen Eigentümlichkeiten. Das Interesse materialisiert sich in Publikationen in Text und Bild sowie in der Institutionalisierung einer lokalen Erinnerungskultur (z.B. durch Vereins-, Sammlungs- und Museumsgründungen). Sachliche Aufarbeitung und emotionalisierende Rede gehen dabei unauflöslich ineinander über. Dies wird zumeist in Bezug zum Nationalstaat gesehen, als dessen integraler Bestandteil die jeweilige Heimat begriffen wird. Eine wichtige Rolle spielen um 1900 fotografische Praktiken des Erschließens und Aufzeichnens, da das fotografische Medium als neutrale, faktische Aufzeichnung gilt und somit der „Heimat“ Evidenz verleiht. Auf dieser Basis lassen sich lokale Bewegungen global untersuchen. Die zentrale These hierbei ist, dass „Heimatbewegungen“ stets auf moderne Staatsbildungsprozesse im Kontext von Globalisierungen antworten, bzw. sich in Wechselwirkung dazu entfalten. Da Modernisierungen sehr unterschiedlich verlaufen können (vgl. S. Eisenstadts Konzept der „multiple modernities“), sind auch entsprechend unterschiedliche Erscheinungsformen von Heimatbewegungen zu erwarten. Dies gilt es zukünftig an Fallbeispielen zu untersuchen. Ideen, Gedanken und vorläufige Ergebnisse des Projekts „Heimat global“ fanden auch Eingang in die Heidelberger Forschungsinitiative „Heimat(en). Geschichte, Medien und Praktiken von Zugehörigkeit“. Die einschneidendste „Überraschung“ im Projektverlauf war die COVID19-Pandemie, die seit Frühjahr 2020 nicht nur die gesamte Archivforschung negativ beeinflusst hat. Das Projekt war daher nicht in der geplanten Form in dem Förderzeitraum durchführbar. Dennoch konnten greifbare Ergebnisse erzielt werden, die sich in den Publikationen widerspiegeln. Das mediale Interesse am Thema „Heimat“ ist in den vergangenen drei Jahren konstant bis zunehmend.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung