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Dynamiken psychischer Gesundheit von Migrantinnen - Eine Analyse von Resilienz- und Vulnerabilitätsfaktoren am Beispiel der Persönlichkeits- und Familienstruktur

Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 415809395
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Projekt Dynamics of Mental Health of Migrants (DMHM) geht es um die Erforschung der Zusammenhänge von Migration und psychischer Gesundheit. Die gewonnenen Ergebnisse sollen die wissenschaftlichen Grundlagen schaffen, um weltweit Public-Health-Initiativen dabei zu unterstützen, effektive Präventionsarbeit zu leisten sowie adäquate und effizientere Therapiemaßnahmen für immigrierte Menschen anbieten zu können. In Deutschland und anderen klassischen Einwanderungsländern hat gut jede/r Fünfte Migrationserfahrung. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Projekt vor allem mit folgenden Fragen: • Wie verändert sich die psychische Gesundheit von Migranten und Migrantinnen? • Inwiefern beeinflussen Persönlichkeitseigenschaften und Partner, Eltern, Kinder und Geschwister die psychische Gesundheit von Migranten und Migrantinnen? • Welche psychologischen und sozio-strukturellen Faktoren können als stärkende Ressourcen beziehungsweise als Risikofaktoren gewertet werden? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, betrachten die Forschenden repräsentative Bevölkerungsstudiendaten und werten diese aus. Das Projekt zielt darauf ab, die psychische Gesundheit von Migrant:innen in Deutschland zu untersuchen und diese mit Daten aus anderen Ländern, wie Großbritannien und Australien, zu vergleichen. Im ersten Schritt wurde überprüft, ob die Art und Weise, wie psychische Gesundheit in Bevölkerungsstudien erfasst werden, reliabel und valide sind. In unseren Studien konnten wird feststellen, dass Gesundheitsskalen zur Erfassung der psychischen Gesundheit in ihrer Kurzform als zuverlässiges Instrument zur Vergleichung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens zwischen Migrant:innen, Geflüchteten und der Gastbevölkerung verwendet werden können. Im zweiten Schritt wurde untersucht, ob es systematische Unterschiede in der psychischen Gesundheit in Abhängigkeit vom Migrationsstatus gibt. In diesem Vergleich zeigt sich, dass Geflüchtete, insbesondere geflüchtete Frauen, zu der besonders gefährdeten Gruppe unter Migrierten gehören, was einen Ausbau der psychischen Gesundheitsdienste für diese Bevölkerungsgruppe erfordert. Zudem sind ältere sowie sozial isolierte Geflüchtete, Bewohner:innen von Flüchtlingsunterkünften und Personen unter Drohung der Abschiebung psychisch am meisten belastet. Bemerkenswert war auch der Befund, dass die psychische Belastung negativ die Indikatoren für Integration wie Arbeitsmarktteilhabe, Bildungsprogramm und Teilnahme an Integrationskursen beeinflusst, was in politischen Diskussionen berücksichtigt werden sollte.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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