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Forest insurance policy improvements based on the analysis of foresters’ behaviour in insurance decision situations

Subject Area Agricultural Economics, Agricultural Policy, Agricultural Sociology
Term from 2018 to 2023
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 416877775
 
Final Report Year 2024

Final Report Abstract

Wetterrisiken beeinflussen auch den Erfolg in der Forstwirtschaft. Es ist zudem davon auszugehen, dass Wetterextreme und damit verbundene Schadereignisse im Zuge des Klimawandels weiter zunehmen. Derzeit reagieren Regierungen meistens mit staatlichen Ad-Hoc-Hilfen bzw. Ausgleichszahlungen für geschädigte WaldbesitzerInnen. Allerdings stellen diese Ausgleichszahlungen eine zunehmende finanzielle Belastung für öffentliche Haushalte dar. Außerdem werden dadurch Anreize für den Umbau hin zu einer klimaangepassten Forstwirtschaft reduziert. Vor diesem Hintergrund sollten bestehende Politikmaßnahmen auf den Prüfstand gestellt werden. Um forstliche Risiken zu privatisieren, können Versicherungen einen wesentlichen Baustein darstellen, werden bisher jedoch nur in geringem Umfang nachgefragt. Es ist bislang nicht klar, worin dies begründet ist. Es könnte u.a. an einem zu geringen Risikoreduzierungspotenzial von Forstversicherungen oder auch an z.B. im Vergleich zu LandwirtInnen „besonderen“ Risiko- und Zeitpräferenzen forstlicher EntscheiderInnen liegen. Vor dem Hintergrund, dass entsprechende experimentelle Untersuchungen des forstlichen Entscheidungsverhalten bisher sehr rar sind, verfolgt dieses Projekt die folgenden Ziele: 1. Analyse des Risikoreduzierungspotenzials von Versicherungen im Forstbereich 2. Analyse der Risikoeinstellungen forstlicher EntscheiderInnen 3. Analyse der Zeitpräferenzen forstlicher EntscheiderInnen Damit liefert das Projekt zentrale Erkenntnisse zum Entscheidungsprozess forstlicher EntscheiderInnen und macht Vorschläge zur Politikverbesserung im Zusammenhang mit Forstversicherungen: Für Kiefernbestände konnte gezeigt werden, dass satellitengestützte Indexversicherungen geeignet sein könnten, um das Sterblichkeitsrisiko von stehendem Holz abzusichern. Satellitenindizes stehen für jeden Ort der Welt kostenlos zur Verfügung, sodass Versicherungsprämien durch eine satellitengestützte Indexversicherung gesenkt werden könnten. Niedrigere Versicherungsprämien könnten zu einer höheren Nachfrage nach Versicherungen im Forstbereich führen. Die Ergebnisse sind auch für politische Entscheidungsträger interessant, da Versicherungslösungen den in vielen Ländern üblichen öffentlichen Entschädigungszahlungen überlegen sind. Letztlich bieten sie für die versicherten WaldbesitzerInnen Anreize, Klimarisiken entgegenzuwirken. Der Constant Relative Risk Aversion- (CRRA-) Wert für ForstwirtInnen beträgt 0,58, d.h. ForstwirtInnen können im Mittel als risikoscheu eingestuft werden. Die meisten ForstwirtInnen haben einen CRRA-Wert zwischen -0,1 und 1,4. Aus den Zeitpräferenzen der ForstwirtInnen ergibt sich ein mittlerer Diskontierungssatz von 4,1%, der meist zwischen 0 und 7% liegt. Es sind also sowohl die Risiko- als auch die Zeitpräferenzen forstlicher EntscheiderInnen sehr unterschiedlich. Politische EntscheidungsträgerInnen sollten bei der Gestaltung politischer Maßnahmen diese Heterogenität berücksichtigen. Es konnte auch gezeigt werden, dass sich ForstwirtInnen in ihren Präferenzen z.T. deutlich von LandwirtInnen unterschieden. Aus methodischer Sicht ist hervorzuheben, dass wir zeigen konnten, dass die Präsentation von Erwartungswerten die über lotteriebasierte experimentelle Ansätze gemessene Risikoeinstellung nicht signifikant beeinflusst.

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