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Hirnrhythmen bei der Sprachproduktion

Fachliche Zuordnung Kognitive und systemische Humanneurowissenschaften
Kognitive, systemische und Verhaltensneurobiologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 417044868
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Unser Projekt untersuchte die komplexen neuronalen Prozesse, die der Sprachproduktion und -wahrnehmung zugrunde liegen, wobei die Magnetoenzephalographie (MEG) als primäres Instrument eingesetzt wurde. Anfangs wurden Herausforderungen durch die Entwicklung einer robusten Methode zur Minderung sprechbedingter Artefakte in MEG-Daten überwunden. Nachfolgende Untersuchungen konzentrierten sich auf die Charakterisierung von Hirnrhythmen und zeigten ein komplexes Zusammenspiel zwischen Frequenz, Hirnregion und kognitiver Funktion. Ein entscheidendes Ergebnis war die Identifizierung einer systematischen Abnahme der dominanten Frequenz neuronaler Aktivität von posterioren zu anterioren Regionen in Übereinstimmung mit der kortikalen Hierarchie. Diese Entdeckung lieferte einen neuen Rahmen für das Verständnis der Hirnorganisation und -funktion. Weitere Studien untersuchten, wie sich diese intrinsischen Hirnrhythmen mit den dynamischen Mustern der Sprache synchronisieren, wobei unterschiedliche Rollen für verschiedene Frequenzbänder bei Sprachverarbeitung und -verständnis nachgewiesen wurden. Die Forschung hob die Fähigkeit des Gehirns hervor, kontinuierliche Sprache mittels Hirnrhythmen zu segmentieren, beeinflusst durch prosodische Hinweise, Schlüsselwörter und höherstufige Sprachverarbeitung. Darüber hinaus hat unser Projekt in einer Kollaboration mit Dr. Kluger einen signifikanten Beitrag geleistet die Rolle der Atmung auf die Gehirnaktivität zu untersuchen. Die Atmung spielt naturgemäß bei der Sprache eine große Rolle. Durch die Untersuchung des Zusammenspiels zwischen Atemmustern und neuronalen Oszillationen zeigte die Forschung, wie die Atmung Hirnzustände moduliert und Wahrnehmung, motorische Kontrolle und kognitive Prozesse beeinflusst. Ein neuartiger Rahmen wurde vorgeschlagen, um die komplexe Beziehung zwischen Atmung und Gehirnaktivität zu erklären und deren potenzielle Rolle bei der Gestaltung verschiedener kognitiver Funktionen, wie Sprache, hervorzuheben. Zusammenfassend leistete dieses Forschungsprojekt bedeutende Beiträge zum Verständnis der neuronalen Grundlagen von Sprache im weiteren Kontext der Gehirn-Körper-Interaktionen. Durch die Aufklärung des komplexen Zusammenspiels zwischen Hirnrhythmen, Sprachverarbeitung und Atemmustern bieten die Ergebnisse wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Forschungen in Neurowissenschaft, Kognitionswissenschaft und verwandten Bereichen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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