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Das Imaginäre an den Grenzen des Sozialen

Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 417783052
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im sozialen Imaginären manifestieren sich Vorstellungen davon, wie Gesellschaft grundlegend organisiert ist, welchen Regeln soziales Zusammenleben folgt und auf welchen normativen Implikationen diese Regeln gründen. Obschon damit grundlegende Fragen an das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft adressiert werden, ist das Konzept des sozialen Imaginären noch keine eigene, gar etablierte, soziologische Kategorie. Hier setzt das Forschungsprojekt an und ersucht aus soziologischer Perspektive zu ergründen, wie sich konkrete Phänomene differenziert als soziales Imaginäres fassen lassen, welche Methoden dafür in der empirischen Forschung konkret anzuwenden seien und an welche etablierten Forschungstraditionen hierbei angeknüpft werden kann. Insgesamt leistet das Projekt damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Menschen als Kulturwesen: Er schafft sich selbst die Strukturen, in denen er lebt - und er macht sich selbst ein Bild davon. Theoretisch stützt sich das Projekt dabei auf Theorien des sozialen Imaginären, wie sie in der politischen Philosophie etabliert wurden (insbesondere Castoriadis und Turner). Dabei formuliert das Vorhaben neue theoretische Anschlüsse, in dem es auch die "dunkle Seite der Vorstellungskraft" in den Blick nimmt und sich Phänomenen zuwendet, die als unangenehm oder gar abstoßend erlebt werden, sich an den Grenzen des Vorstellbaren bewegen oder ganz aus der sozialen Vorstellungswelt verworfen werden. Theoretische Anschlüsse findet das Projekt hierfür in der Abjekttheorie Kristevas, empirisch wendet es sich den Phänomenen der Organspende und dem sogenannten vierten Alter zu. Zuletzt formuliert es mit der systematischen Metaphernanalyse nach Schmitt einen methodischen Vorschlag, der es vermag, auch die bildhaften Gehalte von Sprache zu adressieren und damit das kollektiv geteilte Wissen, das im sozialen Imaginären repräsentiert ist, zu rekonstruieren. Die Projektergebnisse tragen damit zu neuen theoretischen, methodischen und empirischen Erkenntnissen innerhalb des sich formierenden Forschungsprogrammes einer Soziologie des Imaginären dar.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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