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Räumliche Aufmerksamkeit als Index paralleler Bewegungspläne

Fachliche Zuordnung Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 417940167
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Unser Umfeld bietet uns eine Vielzahl an Handlungsmöglichkeiten, und wir müssen aus allen potenziellen Handlungen stets eine auswählen und die entsprechenden Bewegungsparameter spezifizieren. Es wurde vorgeschlagen, dass das sensomotorische System kontinuierlich und parallel sensorische Informationen verarbeitet, um mehrere potenzielle motorische Pläne zu spezifizieren, die um die Ausführung konkurrieren, während andere Gehirnregionen Informationen sammeln, um diesen Wettbewerb zu beeinflussen und die am besten geeignete Handlung auszuwählen. Es wird jedoch debattiert, welche Handlungsaspekte parallel repräsentiert werden. Unser Hauptziel war zu klären, ob die parallele Verarbeitung auf die Ebene der motorischen Ziele (d. h. was zu tun ist) beschränkt ist oder ob mehrere motorische Pläne (d. h. wie es zu tun ist) parallel spezifiziert sein können. Hierbei dienten durch räumliche Aufmerksamkeit bedingte Leistungsvorteile als Verhaltensindikatoren für die Auswahl motorischer Ziele und die motorische Planung. Wir kombinierten hierzu ein verzögertes Cueing-Paradigma, bei dem die Teilnehmer zielgerichtete Bewegungen von der Mitte nach außen ausführten, mit einer visuellräumlichen Aufmerksamkeitsaufgabe, bei der sie visuelle Reize an verschiedenen Orten und Zeitpunkten diskriminieren mussten. In Situationen mit Zielunsicherheit wurde die visuell-räumliche Aufmerksamkeit parallel auf mehrere motorische Ziele verteilt und Leistungsvorteile verstärkten sich weiter am letztendlich ausgewählten Ziel. Darüber hinaus wurden zentrale zeitliche Aspekte der visuell-räumlichen Aufmerksamkeit durch ein bekanntes computergestütztes Entscheidungsmodell vorhergesagt. Diese Ergebnisse legen nahe, dass visuelle Aufmerksamkeit nicht nur anzeigt, dass ein motorisches Ziel ausgewählt wurde; vielmehr spiegelt die zeitliche Entwicklung der visuell-räumlichen Aufmerksamkeit kumulative Entscheidung über einen längeren Zeitraum wider, die am Ende zur Zielauswahl führt. Unser Projekt untersuchte zudem die Frage, ob parallele Verarbeitung auch auf der Ebene der motorischen Planung möglich ist. Dazu kombinierten wir die visuell-räumliche Aufmerksamkeitsaufgabe mit zwei verschiedenen Ansätzen, die eine Trennung der motorischen Zielauswahl von der motorischen Planung ermöglichten: einer Hindernisvermeidungsaufgabe und einem visuomotorischen Adaptationsparadigma. Unerwartete methodische Herausforderungen führten jedoch zu erheblichen Projektverzögerungen und verhinderten schlüssige Ergebnisse.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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