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Quantifizierung von Effekten multipler landwirtschaftlicher Stressoren auf Fließgewässer-Wirbellose und Ökosystemfunktionen über genomische Methoden

Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 418091530
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Rahmen des Projekts wurden die Auswirkungen eines Pestizids und Feinsediment auf Wirbellose in Fließgewässern und assoziierte Ökosystemfunktionen mit Hilfe genomischer Verfahren und ökologischer Experimente untersucht. Mit dem gewählten Ansatz zielten wir darauf ab, die Auswirkungen auf der Ebene einzelner Individuen und Arten durch differentielle Genexpressionsanalysen (RNAseq), auf Ebene der Lebensgemeinschaften über DNA- Metabarcoding und auf funktioneller Ebene durch die Untersuchung des Kohlenstoffabbaus mittels funktioneller Assays zu untersuchen. Die RNA-Sequenzierung wies artenspezifische Antworten gegenüber dem Pestizid Chlorantraniliprol nach, wobei die Auswirkungen auf die untersuchten Insektenarten stärker waren als auf die untersuchten Flohkrebse. Die RNA-Analyse zeigte auch, dass die Exposition gegenüber Stressoren im Allgemeinen zu einer Unterdrückung des Stoffwechsels bei den Wirbellosen Gewässerorganismen führte (metabolic depression), was wahrscheinlich die Ressourcen-Reallokation zur Bewältigung des Umweltstresses widerspiegelt. Es wurde festgestellt, dass biotische Interaktionen die Fähigkeit der Organismen, mit Umweltstress umzugehen, auf transkriptomischer Ebene beeinträchtigen. Methodentests auf Gemeinschaftsebene ergaben, dass ein quantitatives DNA-Metabarcoding derzeit nicht möglich ist, was den Bedarf an alternativen quantitativen Bewertungsansätzen unterstreicht. Was die funktionellen Veränderungen betrifft, so konnte das Projekt zeigen, dass das Insektizid Chlorantraniliprol und Feinsediment den Abbau von organischem Material über verschiedene Wege limitieren und sowohl die Wirbellosendichte als auch die mikrobielle Aktivität beeinflussen. Die Forschungsarbeiten zeigen, wie wichtig es ist, die Wechselwirkungen zwischen abiotischen und biotischen Stressoren zu berücksichtigen, wenn man die Auswirkungen auf die Umwelt bewerten will und belegen das Potenzial kombinierter genomischer Analysen mit ökologischen Experimenten. Das Projekt lieferte 11 international begutachtete Artikel, drei entwickelte Softwarepakete und mehrere offen-zugängliche Laborprotokolle.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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